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Hansruedi Vetsch

Frische Erfahrung von Kirche: Familiengottesdienst einmal anders

FGD 2016 mit Gästen des Heilpädagogischen Zentrums (Foto: Hansruedi Vetsch)

FGD 2016 mit Gästen des Heilpädagogischen Zentrums (Foto: Hansruedi Vetsch)

Ein Familiengottesdienst der anderen Art fand am letzten Sonntag in der evangelischen Stadtkirche in Frauenfeld statt. Zum ersten Mal lud das Familiengottesdienst Team mit Pfr. Hansruedi Vetsch auch Kinder und Jugendliche der Heilpädagogischen Schule ein.
Hansruedi Vetsch,
Der Familiengottesdienst hat immer andere Gäste: Mal sind es die 3. KlässlerInnen die das Abendmahl feiern, dann die 4. Klässler eine Taufererinnerung, auch der Jugendhauskreis gestaltet ebenso einen Familiengottesdienst, wie der Cevi im Sommer einen im Freien.
Pfr. Hansruedi Vetsch führt seit über 20 Jahren ein integratives Konfirmandenlager für Jugendlichen mit einer Beeinträchtigung durch und staunt selber, dass bisher diese Kinder und Jugendlichen nicht stärker in der Kirche integriert worden sind. Darum hat er sich Zeit genommen und etliche Unterrichtsbesuche bei der Katechetin Daniela Leuenberger gemacht, die an der Heilpädagogischen Schule in Frauenfeld unterrichtet.
Es ist ihm dabei aufgefallen, wie feinfühlig die Katechetin auf die Kinder und Jugendliche eingeht und wie anders der Unterricht aufgebaut wird. Der Unterricht ist anschaulich gegliedert und gestaltet. Der Ablauf mit Piktogrammen strukturiert. Die Lieder werden mit Gebärden unterstützt gesungen und das Gebet sorgfältig langsam gesprochen.


Aus diesen Besuchen ist die Idee eines gemeinsamen Gottesdienstes entstanden. Da die SchülerInnen aus über zehn Kirchgemeinden kommen, hat Pfr. Vetsch zuerst mit den umliegenden Pfarrkollegen gesprochen, die alle die Idee eines Familiengottesdienstes mit den SchülerInnen der Heilpädagogischen Schule unterstützt haben.
Der Familiengottesdienst begann wie gewohnt mit einem Orgelspiel, doch die Osterkerze brannte nicht. Das ist nicht vergessen gegangen, sondern wurde, wie im Unterricht, von einem Kind angezündet, das danach das entsprechende Piktogramm abgehängt hat. Es folgten Gebet und Lieder, die mit Gebärdensprache unterstützt wurden.


Die Berufung des kleinen David zum König hat das Team zum Thema gewählt. Der Allerkleinste wird von Gott berufen. Dazu wurde das Lied „Vergiss es nie, dass du lebst war keine eigene Idee... Du bist gewollt kein Kind des Zufalls... Du bist ein Geschenk Gottes ein geniales noch dazu.“ gesungen.
Anstelle der Predigt konnte man fünf Stationen besuchen und mitmachen: Selber auf einem Königsthron mit Königsmantel und Krone sitzen, dem David helfen wilde Tiere mit Papierbällen zu vertreiben, feine Tierstimmen erkennen, an der Orgel spielen oder sich mit Öl salben lassen. Die 15 Minuten dafür gingen schnell vorbei, viele wollten gar nicht aufhören.


Für Pfr. Hansruedi Vetsch war es berührend zu sehen, wie zum Schluss das Unser Vater gebetet wurde. Etliche Kinder und Jugendliche konnte es nicht aufsagen, aber mit ihren Gebärden herzhaft zeigen.
Dieser Familiengottesdienst mit den vielen wunderbaren Erfahrungen soll nun auch im kommenden Jahr weitergeführt werden und schon jetzt hat das Team eine Idee dazu, die das Zeichenhafte aufnehmen soll: Miteinander Abendmahl feiern. Es ist klar, dass das Abendmahl nicht wie gewohnt, aber eine frische Erfahrung von Kirche, sein wird
Bereitgestellt: 24.02.2016      
aktualisiert mit kirchenweb.ch