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Barbara Keller

60-jähriges Jubiläum der Vereinigung ostschweizerischer Bernervereine

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Die ostschweizerischen Bernervereine dienen der Erhaltung und Förderung der bernischen Eigenart. Neben der Pflege der Freundschaft und der Geselligkeit pflegen die Vereine mit den in ihrer Umgebung wohnenden Landsleuten auch das bernische Brauchtum
Barbara Keller,
Bernervereine in der Ostschweiz und deren Vereinigung VOB
(Kurze geschichtliche Zusammenfassung von Silvia Aeschbacher)

Es ist eine Tatsache, dass es zu allen Zeiten Bernerinnen und Berner gegeben hat, die ausserhalb des Kantonsgebietes ihr Glück suchten. Zum Teil war es wirtschaftliche Notwendigkeit, wie etwa im 19. Jahrhundert, als Hunderte als Bauern oder Käser sich eine neue Existenz aufbauen mussten, weil in der Heimat kein Platz mehr für sie vorhanden war. Andere haben als Pioniere in Technik, Handel und Wirtschaft in der Ferne die freieren Entfaltungsmöglichkeiten gesucht.
Im Kanton Bern ist das Erbrecht so geregelt, dass der Jüngste der Familie den elterlichen Hof erbt. Für kinderreiche Grossfamilien, wie das im Bernbiet üblich war, bedeutete das nichts anderes, dass alle älteren Kinder Arbeit ausserhalb des Hofes suchen mussten.
In der Ostschweiz setzte mit der raschen Industrialisierung immer stärker die Migration ein.
Sowohl die Textil- wie auch vor allem die Maschinenindustrie entwickelten sich rasch und mit der Eröffnung von Banken und Versicherungsgesellschaften, zeigten sich zukunftsverheissende Möglichkeiten im Dienstleistungsbereich.

Die Gründe, die zur Gründung von Bernervereinen in der Ostschweiz führten, waren wohl mannigfaltiger Natur. Viele hatten ihre engere Heimat verlassen, und zwar in jenem Zeitalter, das noch wenig Reisen kannte. Es galt für viele sich in der Fremde einzurichten. Man suchte Gleichgesinnte. Im Vordergrund stand sicher die engere Kontaktnahme von Heimwehbernerinnen- und Bernern. Man pflegte kulturelle Eigenart, in der man sich wohl fühlte und fand Geselligkeit im vertrauten Kreis. Das erleichterte die Orientierung in der neuen Stadt, in der neuen Umgebung. Dies förderte aber auch Bezugs- und Anziehungspunkte. Vieles trug dazu bei, dass sich manche, die sich in ihrer alten Heimat wohler gefühlt hätten, auch in ihrem neuen Umfeld Freunde und Bekannte und dadurch auch zur Integration fanden.

1880 wurde in der Stadt Zürich der erste Bernerverein in der Ostschweiz gegründet.
1891 gründete man in Winterthur einen weiteren Verein.
Allmählich wurden weitere Bernervereine in der Ostschweiz gegründet. 1970 zählte man 22
Vereine.
Zur Erhaltung und Förderung der bernischen Eigenart haben sich die Bernervereine statuarisch verpflichtet. Das sie das als lebendige Kulturträger tun, bestätigen die zahlreichen kulturellen Veranstaltungen.

1946 wurde der VOB gegründet. „Vereinigung Ostschweizer Bernervereine“
Die VOB bezweckt den Kontakt zwischen den Bernervereinen zu fördern sowie die Erhaltung und Belebung des bernischen Brauchtums und der Verbindung zum Heimatkanton.
Jedes Jahr wird von einem Bernerverein ein Bernertreffen, eine Delegiertenversammlung und eine Präsidentenkonferenz organisiert.

2007 sind noch 15 Berner Vereine dem VOB angeschlossen.

Silvia Aeschbacher, Altikon

Zwei Hörbeispiele (M3u Files, Link zu www.volksmusiknet.ch)
Dir Herr wemmer singe, von Jost Marty
Mit dim Säge wemmer gah, von Jost Mart
Bereitgestellt: 17.05.2007      
aktualisiert mit kirchenweb.ch