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Barbara Keller

Hasta luego

Familie Vetsch<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>evang-frauenfeld.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>26</div><div class='bid' style='display:none;'>6257</div><div class='usr' style='display:none;'>3</div>

Familie Vetsch

Liebe Gemeinde

Seit 10 Jahren bin ich nun mit meiner Familie in Frauenfeld, vieles was mir anfänglich fremd war, ist mir heimisch geworden. Zu Beginn ist mir bei so vielen Strassenkreiseln fast schwindlig geworden und an den süssen Geschmack in der Luft im Herbst, musste ich mich erst einmal gewöhnen. Heute scheint es mir, als würden wir schon ewig hier wohnen. Unsere Kinder kennen nichts Anderes und als Familie sagen wir, dass wir in Frauenfeld zu Hause sind.
Barbara Keller,
Das erfüllt mich zuerst einmal mit tiefer Dankbarkeit. Schön, dass ich hier so viele Menschen kennen lernen durfte und ich sie ein Stück Lebensweg in Freud und Leid begleiten konnte. Für mich sind es die Menschen, die die Kirche ausmachen. Jede und jeder ist ein Teil dieser Kirche, deren Ursprung in Jesus Christus liegt. Ist doch erstaunlich, dass Jesus jeden und jede angenommen hat, so wie er oder sie ist. Ohne Bedingung hat er sie in seine Gemeinschaft berufen. Das meint auch das griechische Wort Ekklesia für Kirche in der Bibel: Die von Jesus zur Gemeinschaft Herausgerufenen.

Die mir lieb gewordene Gemeinschaft darf ich nun für meinen Studienurlaub verlassen. Ich tue das mit einem weinenden und einem lächelnden Auge. Zum einen werden mir viele Gemeindeglieder fehlen, an die ich immer wieder denke. Zum anderen freue ich mich aufzuatmen. Nach über 20 Jahren im Pfarrdienst, mache ich mich mit meiner Familie auf in unsere zweite Heimat Chile, wo unsere Kinder an die Schweizer Schule gehen werden, in der einst ihr Grossvater, mein Vater, vor über 50 Jahren unterrichtet hatte und meine Mutter kennengelernt hat. Wie Abraham loszog in eine ungewisse Zukunft, verlassen wir hier das Gewohnte und vertrauen darauf, dass Gott uns auf unserem Weg führt.

Für mich ist der Glaube eine ständige Überraschung. Das kann jeder und jede erfahren, der oder die sich auf die Suche nach Gott macht. In meinem Studienurlaub möchte ich mich auf dreifache Weise neu inspirieren lassen. Zum einen nutze ich die Gelegenheit zum Theologiestudium in einer kleinen und – so hoffe ich – persönlichen Fachhochschule. Dann möchte ich in einer evangelischen Kirchgemeinde neue Impulse erhalten und zum Dritten lerne ich Projekte von Missionswerken kennen. Alle diese Erfahrungen werde ich im November mit einer Reisegruppe aus unserer Kirchgemeinde in Chile teilen können.

So heisst es für mich und unser Familie für eine beschränkte Zeit von der Kirchgemeinde und Ihnen Abschied zu nehmen. Ich tue dies mit dem spanischen Wort: Hasta luego, was so viel wie „bis später einmal“ heisst, oder wir würden eher sagen „auf Wiedersehen“, bis wir wieder hier sind zum Gottesdienst am Heiligabend.

Ich freue mich auf einen letzten Gottesdienst (ausser der Konfirmation) mit der Gemeinde und anschliessendem Kirchenkaffee:
Sonntag, 13. März 2016, um 09.15 Uhr, evangelische Stadtkirche

Adios– dieser spanische Abschiedsgruss heisst „zu Gott hin“. Diese Bewegung zu Gott wünsche ich Ihnen von Herzen.
Ihr Pfarrer Hansruedi (Haru) Vetsch
Bereitgestellt: 01.03.2016      
aktualisiert mit kirchenweb.ch