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Andreas Bänziger

Editorial September-Kirchenbote

Kreuzigung —  Ausschnitt aus Freske in der Kirche St.Johann, Kurzdorf.<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>evang-frauenfeld.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>194</div><div class='bid' style='display:none;'>692</div><div class='usr' style='display:none;'>4</div>

Kreuzigung: Ausschnitt aus Freske in der Kirche St.Johann, Kurzdorf.

Dank-, Buss- und Bettag?
Hans Stettler,
Einen dreifachen Namen trägt der dritte Sonntag im September offiziell, wenn er auch im Volksmund einfach Bettag genannt wird. Warum nicht Danktag und nicht Busstag? Vielleicht ist Beten von allen drei genannten Tätigkeiten die umfassendste Bezeichnung. Viele Menschen, auch junge, beten gelegentlich oder gar regelmässig. Dazu gehört bestimmt auch immer wieder das Danken. Aber Busstag? Busse tun, was ist damit überhaupt gemeint?
Ich musste kürzlich eine Busse wegen einer geringen Geschwindigkeitsübertretung bezahlen. Ich hatte nicht einmal bemerkt, dass ich zu schnell unterwegs war. Eine Kamera hat es registriert, ein Einzahlungsschein flatterte ins Haus. Es ist unange-nehm, wenn man auf einen Fehler aufmerksam gemacht wird. Ist vielleicht deshalb der Begriff „Busse tun“ aus unserer Alltagssprache verschwunden, weil wir so schwer daran tun, einen Fehler einzugestehen? Wir müssten dann ja die Konsequenzen tragen! Was steht dann wohl auf diesem „Einzahlungsschein“? Eine geringe Busse wird nach Bezahlung wieder gelöscht, eine grosse bleibt unter Umständen lange registriert. Wie steht das mit den Fehlern in meinem Leben? Führt Gott mein Sündenregister weiter bis zu meinem Lebensende?
„Das musst du büssen!“ haben wir als Kinder unserem Bruder oder der Schwester nach einem Streit zugerufen. So denken wir oft auch als Erwachsene, wenn uns jemand beleidigt hat. Das Beispiel des Sohnes im neuen Testament, der vom Vater wieder aufgenommen wird, nachdem er alles verschleudert hat, was dieser ihm ge-geben hatte, zeigt mir, dass Gottes Liebe viel grösser ist als wir uns vorstellen kön-nen. Auch Ninive hat er verschont, als die Stadt auf Jona hörte und umkehrte.
Jesus Christus ist seinen Weg bis zum Kreuz gegangen. Er tilgt unsere Schuld, sie ist gelöscht. Wenn ich meine Schuld vor Gott eingestehe, kann ich einen Neuanfang wagen. Aber weil ich weiss, dass meine Kraft und guter Wille nicht ausreichen, keine Fehler mehr zu machen, bin ich froh und dankbar darüber, dass ich die gleiche Chance habe wie der Sohn im Gleichnis.
Bereitgestellt: 01.09.2006      
aktualisiert mit kirchenweb.ch