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Barbara Keller

Perlen des Glaubens

Perlen des Glaubens<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>evang-frauenfeld.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>776</div><div class='bid' style='display:none;'>4786</div><div class='usr' style='display:none;'>3</div>

Perlen des Glaubens

Wie beten Sie? Beten Sie still, wenn Sie einschlafen? Lesen Sie einen Bibeltext und denken darüber nach? Beten Sie gerne in der Kirche oder im Hauskreis mit anderen? Ist Ihr Gebet eher ein Stossgebet, wenn es brenzlig wird? Vielleicht weder noch: Sie haben Ihre ganz eigene Art zu beten. Vielleicht ist Ihnen aber etwas Schlimmes widerfahren, das Ihnen die Verbindung zu Gott genommen hat, oder Sie haben es schlicht verlernt, mit Gott zu sprechen. Im Konfirmandenunterricht nehme ich diese Frage auf: Wie betet ihr? Es ist auch die Frage, die die Jünger Jesus gestellt haben: Herr, wie sollen wir beten?
Hansruedi Vetsch,
Im Konfirmanden-Workshop habe ich die Perlen des Glaubens vorgestellt. Der evangelische Bischof Martin Lönnebo aus Schweden hat realisiert, dass das Beten vielen Leuten schwer fällt. Ihnen wollte er helfen und hat die 'Perlen des Glaubens' erfunden, eine Perlenkette mit verschiedenen Perlen, bei der jede ihre ganz besondere Bedeutung hat:

Alles beginnt bei der goldenen Perle „Gott“: Beten heisst für mich, sich Gott öffnen und ihm meine Herzensanliegen anvertrauen. Wer ist Gott für mich? Dann folgt eine von sechs Perlen der Stille: Es tut gut, im Gebet immer mal wieder still zu werden um zu hören, was Gott mir sagen will.

Nun kommt die kleine „Ich“ Perle: Ich kann im Gebet über mich nachdenken. Wer bin ich? Welche Träume habe ich? Bin ich mir bewusst, dass ich im Gebet ganz nahe bei Gott bin? An die „Ich“ Perle schliesst die Perle der „Taufe“ an: Gott sagt in der Taufe ja zu mir.

Dass es im Leben auch Zeiten der „Wüste“ gibt, erinnert die nächste Perle, die wieder zwischen zwei Perlen der Stille eingebettet ist. Hier lässt sich kaum leben, auch das eine Erfahrung, die viele Menschen machen müssen. Es folgt die blaue Perle der „Gelassenheit“. Mit ihr können wir uns fragen: Wovon möchte ich mich befreien? Was hindert mich, gelassener zu sein?

Die beiden roten Perlen sprechen für sich: Die Liebe in Zweisamkeit. Fühle ich mich geliebt und angenommen? Wen liebe ich? Mitten in diesen schönen Gedanken treten die drei „Geheimnis“ Perlen. Was sind meine Geheimnisse, worüber ich nur mit Gott reden möchte?

Die dunkle Perle der „Nacht“ erinnert an die menschlichen Abgründe. Sie erinnert uns aber auch an Karfreitag, als Jesus Christus verspottet und unschuldig am Kreuz hingerichtet wurde. Diese Perle nimmt unsere Tränen auf, wie auch Jesus unsere Schuld aufgenommen hat.

Doch am dritten Tag ist Jesus wieder zu neuem Leben auferstanden. Die weisse Perle der „Auferstehung“ führt uns wieder zu Gottesperle. Gott will, dass auch wir zu neuem Leben auferstehen dürfen, jeden Tag von neuem.

Diese Perlen des Glaubens sind kein starres Schema. Sie wollen eine Hilfe sein, neu oder anders Gott zu begegnen. Der einzige Ratschlag, der Bischof Lönnebo gab, war: „Sucht euren eigenen Weg damit.“

So wünsche ich Ihnen, dass Sie immer mal wieder die Hände falten können um sich Gott zu öffnen, mit einem ganz einfachen Gebet, mit dem meditieren dieser Perlen des Glaubens oder mit dem Unser Vater Gebet, mit dem Jesus die Frage der Jünger beantwortet hat.

Hansruedi Vetsch, Pfarrer
PS: Mehr Informationen zu den Perlen des Glaubens: www.perlen-des-glaubens.de
Bereitgestellt: 16.03.2013      
aktualisiert mit kirchenweb.ch