Facebook

Hansruedi Vetsch

Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir. (Hebräer 13,14)

Pisca Peru (Foto: Hansruedi Vetsch)

Pisca Peru (Foto: Hansruedi Vetsch)

Im letzten Jahr reiste ich durch Südamerika. In Perú folgte ich den beeindruckenden Spuren der ehemaligen Hochkultur der Inkas und besuchte die alte Inkastadt Pisac. Ein schmaler Weg schlängelt sich den Berg hinauf durch das Eingangstor dieser auf einer Bergkuppe erbauten Stadt. Passgenau hatten die Inkas im 15. Jahrhundert die grossen Quadersteine behauen und präzise aufeinander geschichtet. Pisac sollte ein blühender Ort werden, wo die Menschen in Sicherheit leben und arbeiten konnten. Doch es kam anders. Niemand konnte ahnen, dass nicht einmal 100 Jahre später die Stadt vom spanischen Eroberer Francisco Pizarro zerstört würde. Was blieb? – Eine Ruine.
Matthias Koch,
Was bleibt? Diese Frage stellt sich immer wieder. Wie die Bewohner der Stadt Pisac, so verlieren auch hier und jetzt immer wieder Menschen, was ihnen Sicherheit und Heimat gibt. Plötzlich ist ein Mensch, der Liebe und Geborgenheit schenkte, nicht mehr da. Ein Arbeitsplatz wird wegrationalisiert. Eine Familie bricht auseinander. Freunde verlieren sich aus den Augen. Kein Wunder also, dass sich viele Menschen nach etwas Bleibendem sehnen. Die Sehnsucht nach einem festen tragenden Grund tragen wir alle in uns.
Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir. So heisst die Jahreslosung 2013. Dies ist keine Vertröstung auf ein Danach, keine Verschiebung auf ein fernes jenseitiges Später. An verschiedenen Stellen heisst es im Neuen Testament, dass es Jesus jammerte, als er einen gebrochenen Menschen sah. Es jammerte auch den Vater in der Geschichte vom verlorenen Sohn, als er sah, wie dessen Leben zu einem Scherbenhaufen zerbrochen war. Gott weiss um unsere Lebensruinen, die wir hinter uns zurück lassen müssen. Und sie lassen ihn nicht kalt. Wie Jesus den Menschen half, und wie der Vater den verlorenen Sohn wieder aufnimmt, so will auch Gott, dass wir heil werden.
Darum hat er uns in Jesus Christus einen Weg gezeigt. Es ist der Weg der Versöhnung mit Gott, mit den Mitmenschen und mit dem eigenen Leben. Jesus machte mit seinem Leben klar, dass Gottes Liebe stärker ist als alles andere. Das Vertrauen auf diese Liebe gibt mir Kraft und Mut, mit den Brüchen und Ruinen meines Lebens umzugehen. Denn die Liebe Gottes ist das bleibende. Sie bricht nicht ab, wo anderes zerbricht. Diese Liebe ist das zukünftige, denn Gott birgt unser ganzes Leben – das gelebte und das zukünftige – in seinen gütigen Händen.
Bereitgestellt: 05.01.2013      
aktualisiert mit kirchenweb.ch