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Barbara Keller

Ganz leise kommt das Christuskind

Biblische Figuren<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>evang-frauenfeld.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>765</div><div class='bid' style='display:none;'>4666</div><div class='usr' style='display:none;'>3</div>

Biblische Figuren

Ab August diesen Jahres traf sich eine Gruppe von Frauen, um unsere neuen Krippenfiguren für die Kirche anzufertigen. Bevor der Kurs begann, wurde ausgehandelt, wer welche Figur kreieren durfte. Ich hätte gerne den König aus dem Morgenland gemacht und habe meinen Namen dorthin gelegt. Aber beim Christuskind lag kein Name. Kann es sein, dass niemand diese kleine Figur gestalten will? Schweren Herzens nahm ich meinen Namen vom prächtigen König weg und legte ihn zum kleinen Christuskind.
Barbara Keller,
Die besinnlichen Stunden am Freitag waren für alle Beteiligten eine Bereicherung. Und die Zahl der Figuren wuchs heran. Und so bildete sich unter den Frauen eine Gemeinschaft, die sich auf jeden Freitag freute, diesen kreativen Prozess fortsetzen zu dürfen. Es gab auch viel zu lachen in diesen Stunden. Eine besonders gute Seele sorgte jeweils für Guetzli oder Brötli. Der Kaffee wurde von der Kirchgemeinde spendiert.
Am Ende des Nachmittages bestaunten wir die Figuren: Da waren die Frauen - Maria und eine Hirtenfrau, dort die Hirten, die prächtigen Könige, der Teenager und das kleine Kind. Und jetzt fehlte auch das Jesuskindlein nicht. Alle Figuren wurden mit so viel Hingabe angefertigt, geformt, geschliffen, geklebt, genäht.
Während des Kurses war zu merken, wie jede Frau sich intensiv mit ihrer Figur beschäftigte und auch identifizierte. Wir erzählten uns auch 'Kurzgeschichten' zu unseren Figuren. So habe auch ich mich intensiv mit dem Christuskind beschäftigt. Und diese kleinste aller Figuren, die so gar nicht glänzen kann durch ein prächtiges Gewand oder die Grösse seiner Gestalt, wuchs mir je länger je mehr ans Herz. Es wurde 'mein' Kind. Das Jesuskind streckt seine Ärmchen aus. Es streckt seine Arme zuerst zur Mutter Maria aus, aber es streckt seine Arme auch uns entgegen. Jesus will uns auch heute in die Arme schliessen.

Advent, die Zeit der Vorbereitung auf Weihnachten ist für mich die schöne Zeit des Wartens auf die Geburt Christi. Die Räume zuhause werden geschmückt, Guetzli gebacken, Familientreffen, ...etc. Wir bereiten uns im Advent auf das Weihnachtsfest vor. Wir wünschen und ersehnen, dass Gott auch heute in unser Leben eintritt. Sind wir offen genug, dass er auch auf un-erwartete Weise in uns zu leben beginnt? Wie das Jesuskind in der Krippe?
Mit der Geburt Jesu von Nazareth beginnt Gott auf neue Weise mitten in dieser Welt zu wirken. Mit Jesus kommt Gott zu uns. Er will uns begegnen. Seine Sehnsucht nach uns ist so gross, dass er vom Himmel zu uns auf die Erde kommt, auch zu Ihnen ganz persönlich.
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Ich wünsche Ihnen allen in der kommenden Adventszeit Mut, hinzuhören, dorthin, wo Gott wirklich wirkt und kommt.
Denn das ist sicher: Gott kommt ganz anders daher, vielleicht ganz leise und sogar im Dunkeln, wie er es schon einmal tat.

Ihre Pfarrerin Barbara Keller
Bereitgestellt: 13.12.2012      
aktualisiert mit kirchenweb.ch