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Barbara Keller

Keiner entkommt seiner Seele

Martin Gutl
Keiner entkommt seiner Seele

Und betäubst du dich mit Bier und Wein,
du entkommst deiner Seele nicht.
Und springst du ins Wasser,
um dich selbst zu ermorden,
du entkommst deiner Seele nicht.
Und drängst du den Geist zurück
und die Triebe nach vor,
du entkommst deiner Seele nicht.
Und baust du Luftschloß um Luftschloß,
du entkommst deiner Seele nicht.
Und fliehst du in den Lärm der lauten Musik,
du entkommst deiner Seele nicht.
Und fliehst du von einem Menschen zum andern,
du entkommst deiner Seele nicht.

Räche dich nicht,
wenn dich jemand betrügt,
wenn ein Mensch dich verrät.
Laß dich von Fassaden nicht blenden!
Keiner entflieht

der Hölle in sich.

Du entkommst deiner Seele nicht,
am Tag nicht,
in der Nacht nicht,
im Leben nicht,
im Sterben nicht.
Du entkommst deiner Seele nicht.

Aus Martin Gutl, Nachdenken mit Martin Gutl, Texte Meditationen, Gebete,
Styria, Graz Wien Köln 1983, Seite 82.
Bereitgestellt: 14.05.2006      
aktualisiert mit kirchenweb.ch