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Andreas Bänziger

Perureise mit Matthias Marti

Perureise (Foto: Andreas Bänziger)

Perureise (Foto: Andreas Bänziger)

Eine Reisegruppe unter der Leitung von Matthias Marti hat diesen Herbst Peru und das Kinderwerk Lima besucht.
Matthias Marti,
Der erste Besuch galt am Sonntag dem Gottesdienst in einer sehr einfachen aber grossen Alianza Gemeinde die aus der Arbeit des Kinderwerkes heraus entstanden ist und heute jeden Sonntag etwa 1700 Besucher zählt und sehr gut organisiert ist. Sie haben vor ca einem halben Jahr hier im Elendsviertel ein paar zusammenhängende Häuser gekauft und sie zu einem grossen Gemeindezentrum umgebaut. Man konnte wirklich nur staunen und Gott dafür danken.

Die ersten Tage waren der Besichtigung der Schulen und den Besuchen bei Patenkindern zu hause gewidmet. Da gab es schon allerhand Überraschungen auf beiden Seiten. Für die Eltern wie für die Paten waren dies sehr emotionelle Begebenheiten. Wie viele Kinder können überhaupt je ihren Paten / Patin von Angesicht zu Angesicht sehen? Es sind sehr sehr wenige, wenn man an die über 2'000 Kinder denkt. Aber diese Kinder - Eltern und auch Paten geniessen die Momente, wenn nur nicht die blöde Sprach - Barriere wäre! Aber irgendwie ging es und man versuchte immer eine Person mitzuschicken die über diese Barriere half. Man kann ja auch noch mit Füssen Händen usw reden. Dann wurden Geschenke ausgetauscht und manchmal konnten es die Eltern nicht lassen, obwohl sie selber wenig bis fast nichts haben, etwas aufzutischen.

Die Schule mit ihrer Vielseitigkeit hat die Paten einmal mehr überrascht und begeistert.

Sehr eindrücklich war der Besuch des Kinderfrühstücks in Stadtteil Comas. Wir besuchten zuerst die Küche wo jeden Tag ca 12'100 Frühstücke bereitet werden für 11'500 Kinder und rund 600 freiwillige Helfer/Innen. Auf 2 Verteilplätzen konnten die Mitreisenden mithelfen Milch und Brötli zu verteilen. Es war schön zu sehen, wie sich die Reisenden aus der Schweiz anstellten, mit viel Liebe und Hingabe halfen sie mit. Ja hier sieht man wie gross die Not ist und in der ganzen Umgebung nur grau und steinig, eine trostlose Welt und unter solchen Bedingungen leben Millionen. Man kann sich dies kaum vorstellen. Die Kinder lernen auch für dieses Essen zu danken, so dass sie merken, dass es nicht einfach vom Himmel fällt, sondern der himmlische Vater Menschen beauftragt es zu tun. Meistens ist dies für die Reiseteilnehmer ein ausserordentlich ergreifendes Erlebnis, das tief geht.

Dann kam der touristische Teil der Reise in Hochland nach Cusco der alten Inka Hauptstadt, 3'500 m über Meer. Nach unserer Ankunft fing es an zu regnen wie aus Kübeln und so war der erste Nachmittag gelaufen. War gut zum Ausruhen und zur Anpassung an die Höhe. Hier gab es dann kleinere und auch etwas grössere Probleme, aber wir konnten den Betroffenen immer beistehen und helfen. Manchmal nimmt man diesen Wechsel von der Küste zur Andenhöhe auf zu leichte Schultern bis dann eben die Realität etwas anderes zeigt. Der Ausflug zum 7. Weltwunder Machu Pichu war sicher ein Höhepunkt der Reise und unser guter deutschsprachiger Reiseführer konnte uns so allerhand aus seiner grossen Schatzkiste weitergeben. Das Wetter war inzwischen sehr gut geworden und so kamen wir vollständig trocken durch. Es waren sehr schöne Tage in der Region Cusco.

Dann kam die lange Reise über die Hochebene auf ca 4'000m von Cusco nach Puno am Titicacasee (13 mal so gross wie der Bodensee). Der Besuch auf den schwimmenden Inseln vor Puno war sehr interessant und äussert lehrreich. Sie zeigten uns wie die Inseln aus dem speziellen Schilf gebaut werden und wie sie ihre Häuser + Schiffe ebenfalls aus Schilf bauen und mit Schilf kochen und auch Schilf frisch roh essen.
Auf diesen Inseln machten sich die Uros Kinder einen Spass draus die Reiseteilnehmer in Uros Gewänder einzukleiden und sich mit ihnen fotografieren zu lassen. Als dank wollten sie dann ihre Handarbeiten los werden.

Eine kleine Fahrt auf einem Uros Mercedes rund um die Inseln schloss den Besuch bei den Uros ab. Weiter draussen gab es eine weitere Überraschung. Die Insel Taquile wo die Männer stricken und sie ohne Elektrizität leben wie in alten Zeiten. Aber ich stelle fest, der Tourismus hat das Gesicht der Insel in den letzten stark Jahren verändert. Früher wurde nie gebettelt und jetzt halten schon die kleinen Kinder und auch die Grosseltern das Händchen hin. Aber es war allemal eine Reise wert. Zum Mittagessen gab es einheimischen Fisch und Reis.

Mit einem Besuch auf einer Hazienda (Farm) schlossen wir am folgenden Tag die Hochlandtour ab. Hier gab es eine kleine Wanderung durch einen gewaltigen Kakteen - Garten mit wunderbaren Kakteenfrüchten.
Ich habe noch nie so viele Kakteen gesehen. Die Stacheln waren lange und recht kräftig, so dass sie gut in Lederschuhe, die ihnen zu nahe kamen eindringen konnten. Der Rückflug von der Schmugglerstadt Juliaca brachte uns wieder an die Küste und unsere lieben Mitarbeiter der Schule holten uns am Flughafen in Lima ab.

Die letzten Tage waren noch dem Besuch einer Insel voller Seelöwen vor der Küste in Lima gewidmet und einer ausgiebigen Stadtrundfahrt sowie dem Inka Markt wo viele schöne einheimische Handarbeiten angeboten werden. Beim Ausflug auf dem Schiff setzte der recht starke Wellengang einigen Reiseteilnehmern recht zu (auch mir), andere vergnügten sich vor der Insel im Wasser und versuchten sich den Seelöwen zu nähern und anzufreunden. Das Geheul der Tiere kann ich euch leider nicht mitschicken. Der Bericht ist nicht vollständig, man hätte noch dies oder jenes Erlebnis einfügen können aber vielleicht einmal mündlich.

Beladen mit vielen vielen tollen Eindrücken und Erlebnissen verliess die Gruppe nach 2 intensiven Wochen Perú in Richtung Schweiz.
Bereitgestellt: 02.11.2010      
aktualisiert mit kirchenweb.ch