Facebook

Andreas Bänziger

Editorial Mai 2010

Armut<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>evang-frauenfeld.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>556</div><div class='bid' style='display:none;'>2914</div><div class='usr' style='display:none;'>4</div>

Armut

Arm in der Schweiz?
Beat Trachsel,
Armut in der reichen Schweiz ist ein Tabu. Wir wissen genau, wie viele Autos auf unseren Strassen verkehren, aber wir wissen nicht genau, wie viele Menschen in unserem Land arm sind.

Circa jede zehnte Person gilt als arm. Armut kann jede und jeden treffen: Von Armut bedroht ist, wer arbeitslos oder krank ist, wer ungenügend ausgebildet ist, drei oder mehr Kinder hat, eine Scheidung durchmacht oder Opfer der Wirtschaftskrise wird. Wer in Armut aufwächst, trägt ein hohes Risiko, als Erwachsener selbst wieder in Armut zu leben. Einmal arm, immer arm!

Am Wohl der Schwachen wird die Stärke unserer Gesellschaft gemessen. Aus diesem Grund müssen wir alles unternehmen, um die Armut an der Wurzel zu bekämpfen.

Wenn wir in der Bibel lesen, stellen wir fest, dass die Armut einen wichtigen Platz einnimmt. Die Gesetze Israels betonen die Unterstützung der Armen und Schwachen; die Kranken und die Menschen, die unter schwierigen Lebensumständen und politischen Verhältnissen zu leiden haben. Dabei steht die Armenhilfe in direktem Zusammenhang mit dem Glauben:
Im Alten Testament gibt es 10 verschiedene Worte für Armut. Sie umschreiben alle Facetten der Armut. Wirtschaftliche Armut: Hungersnot, Krieg, soziale Ungerechtigkeit, Ausgrenzung, Schutzlosigkeit desjenigen, der sich nicht gegen den Stärkeren wehren kann. Psychische Armut: Angst, Einsamkeit. Und besonders wichtig: Geistliche Armut: die Angst, von Gott verlassen zu sein, Todesangst, Orientierungslosigkeit.
Auch das Neue Testament spricht von Armut. Wir denken an die Seligpreisung Jesu: „Glückselig ihr Armen“ und Matthäus fügt an: „Glückselig die Armen im Geist“. Diese zwei Versionen zeigen uns deutlich, dass es keine Trennung zwischen wirtschaftlicher und geistlicher Armut gibt. Aber „Glücklich ihr Armen“, das steht so diametral im Widerspruch zu unserer heutigen Denkweise. Dabei sollen nicht die Armen idealisiert werden. Der Arme ist glückselig, weil er unfähig ist, sich selber aus der Armut zu befreien.
Der Kampf gegen die Armut muss auf zwei Ebenen geführt werden:
Karitative Ebene: Nächstenliebe und Barmherzigkeit widerspiegeln die Person Gottes. Sie geben sich selbst hin und erwarten nichts zurück. Diese Haltung kann in zahlreichen biblischen Texten gefunden werden.
Die soziale und politische Ebene: Es geht darum, der Verarmung des Volkes vorzubeugen. Dies kann unterschiedlich geschehen: Korruption bekämpfen, gerechtere Gesetze erlassen, Besitzanhäufung verhindern, Arme auf vielfältige Art und Weise unterstützen.
Wir sind als Christen und als Kirche auf allen Ebenen gefordert, der Armut entgegen zu wirken. Menschen, die von Armut betroffen sind, gehören auch zu unserer Kirchgemeinde, sind vollwertige Mitglieder, einfach mit weniger Geld im Geldbeutel.

Ich finde es wichtig, dass gerade diese Menschen an unserem Gemeindeleben teilhaben und an unsere Veranstaltungen kommen können, sei dies z.B. ein Lager für die Kinder oder die Gemeinde-, die Seniorenferienwoche. Wenn Sie aus finanziellen Gründen „behindert“ sind an unseren Angeboten teilzunehmen, dann versuche ich eine Lösung zu finden und dies zu ändern. Rufen Sie mich an 052 723 22 49 oder kommen Sie bei mir im Büro an der Freiestrasse 16 vorbei.
Beat Trachsel, Diakon
Bereitgestellt: 01.05.2010      
aktualisiert mit kirchenweb.ch