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Simone Fuchs

Begeisternde Adventsmusik

Adventskonzert Kirchenchor II<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>evang-frauenfeld.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>36</div><div class='bid' style='display:none;'>2729</div><div class='usr' style='display:none;'>201</div>

Adventskonzert Kirchenchor II

Hans Munz / Bilder: Barbara Keller,
Eindrückliche Konzerte in der Evangelischen
Stadtkirche Frauenfeld


Sind unsere Kirchen zu gross geworden? Sicher nicht für das traditionelle Adventskonzert von Stadtorchester und Evang. Kirchenchor. Am vergangenen Wochenende wurde vor zweimal vollem Haus packend musiziert; kaum ein Besucher dürfte die Kirche unberührt verlassen haben.

Die „Serenade für Streicher in e-moll“, ein frühes Werk des Engländers Sir Edward Elgar (1857-1934) schuf gleich die festliche Stimmung, unter der bewährten Leitung von Andreas Pfenninger gekonnt vorgetragen. Die tiefen Stimmen sind darin ebenso gefordert wie die hohen, oft in reichem Zwiegespräch verwoben. Die Bezeichnung „piacevole“ über dem 1. Satz darf herzhaft für das ganze Werk gelten, und so „gefällig“ kam es auch an. -

In eine für Chor und Frauenfelder Publikum wenig bekannte Tonwelt einzudringen wagte die neue Leiterin der evangelischen Kirchenmusik, Tabea Schöll, mit der Aufführung der grossen „Messe in A“ von César Franck (1822-1890).

1858 als Organist und Kantor an die neu erbaute Kirche Ste-Clotilde mitten im Pariser Regierungsviertel berufen, schuf Franck zunächst Musik für den liturgischen Gebrauch. – Dass hier ein tiefgläubiger Mensch an der Arbeit war, spürt man ab den ersten Takten: mit dem fast geheimnisvollen Unisono schafft das Orchester die Stimmung für das vom Tenorsolisten Valentin J. Gloor wunderbar andächtig vorgetragene Kyrie eleison. Von
dieser Andacht angesteckt ruft zunächst auch der Chor ganz behutsam den Herrn an, steigert sich aber bald in lebhaft jubelnde Schreie, und findet wieder zurück in die anfängliche Ruhe.

Diese belebte Dynamik, von inniger Stille zu überschäumender Begeisterung über das erzählte Geschehen und wieder zurück zur Andacht, begleitet von oft überraschenden Tonartwechseln, durchzieht das ganze Werk als erfrischendes Merkmal. Chor und Orchester standen im begeisterten Bann der souveränen Dirigentin, die beiden Klangkörpern das Aeusserste an Reinheit und Präzision abzuringen vermochte, und die ausgeglichen hervorragenden Solisten trugen das ihre zum Gelingen bei: So bleiben das feinfühlige „et incarnatus est..“ der Sopranistin Gabriela Bürgler oder das von Sopran und Tenor gemeinsam mit dem Bassisten Samuel Zünd herrlich gestaltete „Agnus Dei“ unvergessen, wie auch das ergreifende „Panis angelicus“ des Tenors. – Mit dem vom Chor in feierlichem pianissimo vorgetragenen „Dona nobis pacem“ klingt das Werk in wunderbarer Ruhe aus.
Hans Munz
Bereitgestellt: 10.12.2009      
aktualisiert mit kirchenweb.ch