Facebook

Andreas Bänziger

Studienurlaub Pfr. Andreas Bänziger (9)

Hotel Scesaplana in Seewis<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>evang-frauenfeld.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>482</div><div class='bid' style='display:none;'>2535</div><div class='usr' style='display:none;'>4</div>

Hotel Scesaplana in Seewis

Die Herbsttagung 2009 der Schweizerischen Evangelischen Pfarrgemeinschaft im Hotel Scesaplana in Seewis steht ganz im Zeichen des 60 Jahr-Jubliläums der Pfarrgemeinschaft. 60 Jahre mit "Jesus, Bibel, Gebet und Gemeinschaft" - Wie können wir auch in Zukunft auf diesen Eckstein und diese Säulen bauen? Die Tagung findet vom 13.-16. September 2009 statt.
Pfr. Andreas Bänziger,
Programm:
Sonntag, 13. Dezember:
18.15: Nachtessen
19.30: Referat Werner Jacky: "Was die SEP und eine Pfarrgemeinschaft in China bewegt."
20.15: Zeit zum Erfahrungsaustausch in Gruppen
21.00: Tagesschluss
Montag, 14. September:
08.15: Frühstück
09.00: Bibellese
10.00: Bibelarbeit mit Werner Kenkel zu Mt 16,13-20
12.00: Mittagessen
16.00: Referat Harald Meyenburg: "Christus - Alles in allem"
18.00: Nachtessen
19.30: Musikalische Lesung; Texte von Erich Schnepel und Adrian Plass
21.00: Tagesschluss
Dienstag, 15. September:
08.15: Frühstück
09.00: Bibellese
10.00: Referat Hansruedi Bachmann: "Auch der Pfarrer braucht Gebet"
12.00: Mittagessen
14.00: Gemeinsamer Ausflug mit Überraschung
18.00: Nachtessen
19.30: Gemeinschaftsabend mit Abendmahl
21.00: Tagesschluss
Mittwoch, 16. September:
08.15: Frühstück
09.00: Bibellese
10.00: Referat Heini Schmid: "Freude an der Bibel"
12.00: Mittagessen und Abschluss der Tagung

Tagung „60 Jahre Schweizerische Evangelische Pfarrgemeinschaft“
13.-16.9.2009 in Seewis

Sonntag, 13.9.2009
Werner Jacky, ein pensionierter Pfarrkollege, erzählt von seinen Kontakten zu Pfarrern bzw. Christen in der Provinz Sichuan, China. Dort findet ein grosser Aufbruch statt, Kirchen verzeichnen Tausende von neuen Gläubigen. Nach den grossen Erdbeben vom letzten Jahr konnten die Kirchen Hilfe leisten, obwohl sie selbst auch betroffen sind. Sogar die politischen Behörden baten die Kirchen, seelsorgerliche Gespräche mit den verängstigten Menschen zu führen.
Schwierig ist, dass Pastoren fast nichts verdienen und sich kaum eine Familie leisten können. Von der Kulturrevolution her haben die Leute Mühe, Persönliches zu teilen, weil man nie weiss, wem man trauen kann.
Ein Problem ist auch die Fehlinformation im Westen, wo China immer noch pauschal als kommunistisches Land gilt, in dem die Menschenrechte nicht eingehalten werden. In den USA haben evangelikale Seminare es abgelehnt, chinesische Studenten aus offiziellen Kirchen aufzunehmen, weil sie annahmen, diese seien kommunistisch und liberal, was gar nicht stimmte.
Was heute in China geschieht, wird die Zukunft der Welt stark bestimmen.

Montag, 14.9.2009
Werner Kenkel, Vorsitzender des deutschen Pfarrerinnen- und Pfarrer-Gebetsbundes, hält eine Bibelarbeit zu Matthäus 16,13-23 (Petrusbekenntnis bei Cäsarea-Philippi). Er zitiert häufig D.Bonhoeffer, U.Luz (Matthäuskommentar) und Papst Benedikts (Joseph Ratzinger) Jesusbuch.
1. Wir sind gefragt: Entscheidend ist, dass wir eine lebendige Beziehung zu Jesus haben. E.Schnepel hat gesagt: Im Auflösungsprozess des 20. Jahrhunderts ist Jesus Christus immer geblieben.
2. Wir sind zum Zeugnis berufen: Gemäss Hp. Hempelmann hat sich das Christentum in den ersten Jahrhunderten durchgesetzt, weil a) die ersten Christen entschieden waren und Profil hatten in einer pluralistischen Welt, b) das Christentum offen war für alle Schichten, und c) das Christentum eine Religion mit vitaler Hoffnung (über den Tod hinaus) war.
3. Wir sind Petrus: Das sagte bereits Dietrich Bonhoeffer. Die römische Auslegung von V 18 (Du bist Petrus; und auf diesen Felsen [gr. petra] will ich meine Kirche bauen), das Papsttum sei das Fundament der Kirche, war sogar im Mittelalter nicht allgemein anerkannt, sondern eher eine Randerscheinung! Augustinus: Christus ist als Fundament der Kirche gemeint. Christus sagt: Ich will meine Kirche bauen; Bonhoeffer: Christus allein baut seine Kirche; wenn wir die Kirche bauen wollen, arbeiten wir an ihrer Zerstörung!
Mit ‚Binden und Lösen‘ ist gemäss U.Luz nach rabbinischer Tradition ‚Verbieten und Erlauben‘ gemeint. H.J.Iwand: Wir sollen den Schlüssel gebrauchen, damit Menschen Gott fürchten und lieben können. Der Himmel soll zugehen vor den Satten und Gerechten, aber aufgehen vor den Sündern und Schwachen.
4. Wir sind anstössig: Die Verse 21-23 gehören unbedingt dazu! Kreuzerfahrungen gehören zur Nachfolge, Erfahrungen, die uns an den Abgrund bringen. Wir sind anstössig wie Petrus, aber Gott geht mit uns und lässt uns nicht fallen. Es geht durchs Kreuz zur Auferstehung.
Am Nachmittag hält Harald Meyenburg, Pfarrer aus Itzehoe, Norddeutschland, ein Referat über „Christus – alles in allem“. Darin legt er uns die keltische Frömmigkeit dar. Eine mehr inklusive Theologie, welche sich mehr auf Pelagius, anstatt auf Augustinus (Erbsündenlehre!) beruft. „Durch Christus bekommen wir eine erneuerte Beziehung zum Urgrund des Lebens, dem Einen, von dem wir alle kommen.“ Die keltische Frömmigkeit basiert mehr auf der Tradition des Apostels Johannes und betont gegenüber Paulus mehr die Einheit und Harmonie, ähnlich wie in der orthodoxen Theologie.
Am Abend hören wir in der Kirche Musik und Texte von Erich Schnepel, dem Gründer der Pfarrbruderschaft, und von Adrian Plass.

Dienstag, 15.9.2009
Hansruedi Bachmann, ehemals Pfarrer in Güttingen, einige Jahre Seelsorger im Gott-hilft-Zentrum in Seewis und heute Pfarrer in Othmarsingen, erzählt aus seinem Leben und zeigt, wie wichtig es auch für Pfarrer ist, dass sie von anderen (Gemeindegliedern) im Gebet getragen und unterstützt werden. Er erwähnt Erfahrungen, die ihn persönlich entmutigen könnten:
- Der punktuelle Besuch von Gottesdiensten durch viele Gemeindeglieder: Was bleibt nachhaltig?
- Gemeindeglieder kommen nur, wenn sie etwas zu tun haben.
- Wir lieben kreative Events, aber wo geschieht nachhaltiges Gemeindewachstum?
- Was bleibt nach einer gut gelungenen Trauung oder Taufe (man sieht die Betreffenden trotzdem für lange Zeit nicht mehr im Gottesdienst)?
- Kinder und Jugendliche haben heutzutage keine freie Zeit mehr, alles ist mit Schule und Freizeitaktivitäten gefüllt.
- Die Erotisierung der Beziehungen ist ein Problem.
- Der Pluralismus in unserer Kirche führt oft zu Gewissenskonflikten.
-Schwermut.
H.Bachmann schliesst seine Ausführungen mit dem Gedicht von D.Bonhoeffer (Widerstand und Ergebung):
Wer bin ich?

Wer bin ich? Sie sagen mir oft,
ich träte aus meiner Zelle
gelassen und heiter und fest
wie ein Gutsherr aus seinem Schloß.

Wer bin ich? Sie sagen mir oft,
ich spräche mit meinen Bewachern
frei und freundlich und klar,
als hätte ich zu gebieten.

Wer bin ich? Sie sagen mir auch,
ich trüge die Tage des Unglücks
gleichmütig, lächelnd und stolz,
wie einer, der Siegen gewohnt ist.

Bin ich das wirklich, was andere von mir sagen?
Oder bin ich nur das, was ich selbst von mir weiß?
Unruhig, sehnsüchtig, krank, wie ein Vogel im Käfig,
ringend nach Lebensatem, als würgte mir einer die Kehle,
hungernd nach Farben, nach Blumen, nach Vogelstimmen,
dürstend nach guten Worten, nach menschlicher Nähe,
zitternd vor Zorn über Willkür und kleinlichste Kränkung,
umgetrieben vom Warten auf große Dinge,
ohnmächtig bangend um Freunde in endloser Ferne,
müde und zu leer zum Beten, zum Denken, zum Schaffen,
matt und bereit, von allem Abschied zu nehmen?
Wer bin ich? Der oder jener?
Bin ich denn heute dieser und morgen ein anderer?
Bin ich beides zugleich? Vor Menschen ein Heuchler
und vor mir selbst ein verächtlich wehleidiger Schwächling?
Oder gleicht, was in mir noch ist, dem geschlagenen Heer,
das in Unordnung weicht vor schon gewonnenem Sieg?

Wer bin ich? Einsames Fragen treibt mit mir Spott.
Wer ich auch bin, Du kennst mich, Dein bin ich, o Gott!


Anschliessend Austausch in Gruppen über eigene Erfahrungen, wo wir Ermutigung brauchen.
Am Nachmittag Ausflug und kleine Wanderung nach Pany, wo Florian Sonderegger Pfarrer ist. Am Abend ist ein Gemeinschaftsabend mit Abendmahl.

Mittwoch, 16.9.2009
Referat von Heini Schmid, emeritierter Professor in Bern, zum Thema „Freude an der Bibel“. Daraus einige Kernsätze: Die Bibel ist eng mit der Geschichte Israels verwoben. K.Barth: Nicht die Kirche hat den Kanon geschaffen, sondern umgekehrt hat der Kanon die Kirche gebildet.
Die Entstehung der Schweiz im 13. Jahrhundert hat viel mit der Wirkung der Bibel durch die Klöster zu tun. Auch bei der Entstehung des Schweizer Zivilgesetzbuches anfangs des 20. Jahrhunderts hatte das Evangelium einen grossen Einfluss.
Die Bibel ist nicht konfessionell, sondern ökumenisch; viele Völker sind gerade durch die Wirkung der Bibel befreit und gestärkt worden. Das Evangelium wirkt befreiend in jeder Kultur, Mission hat also im eigentlichen Sinn nichts mit dem Aufpfropfen einer fremden Kultur zu tun, obwohl dies manchmal damit verbunden war.
Das Bibelwort und das Schöpfungswort hängen eng zusammen (siehe Psalmen).
Die Bibel wirkt auch durch sich selbst, ohne Auslegung.
Dass das Bibelwort heute für so viele stumm ist, muss uns in die Busse führen. Erweckung gibt es nie ohne die Bibel.

60 Jahre Pfarrgemeinschaft - Ein Jubiläumsrückblick
Die SEP feiert dieses Jahr ihren 60. Geburtstag. Peter Rade hat einen Jubiläumsbericht verfasst, der über das Werden, Wachsen und Leben der SEP informiert.
60 Jahre Schweizerische Evangelische Pfarrgemeinschaft
Jubiläumsbericht von Peter Rade
Es dürften 9 Ehepaare gewesen sein, die am 16. September 1949 anläßlich einer Rüstzeit mit Erich Schnepel in Seewis die Schweizerische Evangelische Pfarrbruderschaft (heute Pfarrgemeinschaft) SEP gründeten. Die Anfänge sind nicht dokumentiert, und die zwei noch lebenden Gründungsmitglieder können keine Auskünfte mehr liefern.
Praktisch die einzigen Auskünfte über die Gründung erhalten wir aus dem sogenannten „Goldenen Buch“ (so genannt wegen des Goldschnitts), in das sich seither alle Geschwister eingetragen haben, die der SEP beitraten (bisher 201), sowie dem Pfarrerkalender meines Vaters.
Schon vor und kurz nach dem 2. Weltkrieg fanden in der Schweiz mehrere Pfarrertagungen von und mit Erich Schnepel statt. Sie kamen einem starken Bedürfnis nach gemeinsamer Bibelarbeit und persönlicher Seelsorge entgegen. Schon damals war solches an den amtlichen Zusammenkünften (Kapitel, Kolloquium etc.) kaum möglich. Die gemeinsame Bibellese war in der Form, wie sie von Erich Schnepel gelehrt wurde, wohl für die meisten neu, eroberte sich aber gleich einen ganz zentralen Platz. Am Schluß einer solchen Tagung im September 1949 in Seewis ging ein Teil der Teilnehmer einen Schritt weiter. Um auch verbindliche Bruderschaft leisten zu können, schlossen sich die oben erwähnten Paare zur Schweizerischen Evangelischen Pfarrbruderschaft zusammen.
Am Anfang stand also nicht ein theologisches oder kirchenpolitisches Programm, sondern der Wunsch, Seelsorge an Seelsorgern zu üben, Evangelisation unter Pfarrern zu betreiben und Hilfe für die Gemeindearbeit zu vermitteln. Dem suchten die regelmäßigen Tagungen und Rüstzeiten zu dienen. Neben Sachthemen grundsätzlicher oder praktischer Art war deshalb (fast) immer auch Raum für persönlichen Austausch und Seelsorge, wenn auch über die Jahre hinweg in sehr wechselndem Ausmaß.
Von Anfang an gehörten viele Frauen verbindlich zur Gemeinschaft und leisteten, wenn auch oft eher aus dem Hintergrund, ihren wesentlichen Beitrag. Was wären unsere Tagungen schon vor 40-50 Jahren ohne die Frauen gewesen?
Schon der 1949 gewählte Name verriet aber, daß in der Schweiz manches etwas anders läuft als in Deutschland: Das Gebet, vor allem auch die gegenseitige Fürbitte, hat auch in der Schweiz immer eine überaus wichtige Rolle gespielt. In den Namen hat man das im Unterschied zum Pfarrerinnen- und Pfarrergebetsbund in Deutschland trotzdem bewußt nicht aufgenommen; das hätte nicht so gewirkt, wie es gemeint war. Aber z.B. die Geburtstagsliste ist noch heute – nicht nur für mich – eine wertvolle Hilfe zur gegenseitigen Fürbitte.
Dem Zusammenhalt unter den Mitgliedern wollte in den fünfziger und sechziger Jahren ein hektographiertes Mitteilungsblatt dienen. So brachte es zum Teil recht persönliche Nachrichten aus den einzelnen Häusern, aber auch Berichte über vergangene Tagungen. Das mit den persönlichen Notizen scheint immer schwieriger geworden zu sein, was sicher zum Verschwinden dieses Mediums beigetragen hat. Dabei wäre so etwas noch heute mehr als nur wertvoll.
Umfangmäßig hat die SEP gewisse Schwankungen erlebt. Zwischendurch waren es eine Weile etwa 100 Mitglieder, zur Zeit sind wir 68. Auch die Zusammensetzung hat sich verändert: Waren bei der Gründung alle verschiedenen Altersstufen einigermaßen vertreten (29-65), so ergab sich in den 70er Jahren eine deutliche Überalterung (oder „Unterjüngung“), sodaß man sich im Arbeitskreis sogar fragen mußte, ob die Tage der SEP gezählt seien. Die „Aufnahmepolitik“ muß auch stark gewechselt haben: Wurde in den 50er Jahren eine große Anzahl Brüder jeweils gleich bei der ersten Tagung aufgenommen (was dann aber nicht lauter dauerhafte Beziehungen ergab), so nahm die Zahl der Neuen in den 60er Jahren stark ab, sodaß es gegen 1980 zur erwähnten Krise kam.
Am Tiefpunkt stießen erstmals mehrere Studierende zu den Tagungsteilnehmern, was den Beginn einer neuen Entwicklung einläutete. Seither ist uns die Arbeit mit und unter Studierenden ein ganz großes Anliegen. Es war und ist jedesmal ein Geschenk, wenn jemand von den Geschwistern eine direkte Beziehung zu den Fakultäten hat. Im Augenblick sieht es leider danach aus, als ob die neuen Studienformen (Bologna) die Teilnahme an Tagungen eher erschwerten; da gilt es, die richtigen Wege zu finden.
Dank dem, daß eine ganze Anzahl junger Leute auch den Weg zur Mitgliedschaft gefunden hat, hat sich das Erscheinungsbild der SEP ziemlich verändert. Heute reicht die Altersspanne von 28 bis 95; mehr kann man nach oben und nach unten kaum verlangen! Und über die Mitarbeit junger Geschwister auch im Arbeitskreis freuen wir uns sehr. Im Laufe dieser Entwicklung wurde 1994 der Name entsprechend angepaßt: aus der Pfarrbruderschaft wurde die Pfarrgemeinschaft (42% der Brüder sind nämlich Schwestern!).
Zum Leben der SEP gehören auch ein paar regionale Kreise unter ganz verschiedenen Namen. Sie sind nicht direkt mit der SEP vernetzt, aber durch Mitglieder und treue Freunde damit verbunden.
„Sichtbar“ aber wird die SEP vor allem an den jährlich zwei Tagungen. Diese finden im Frühjahr seit vielen Jahren im Bibellheim Männedorf am Zürichsee statt, jedes zweite Jahr zusammen mit zwei befreundeten Organisationen, im Herbst an wechselnden Orten. Teilnehmerzahl in den letzten zehn Jahren zwischen 17 und 108, abhängig von Thema und Referenten und … Daß die Jubiläumstagung im September 2009 an den Ort ihres Anfangs zurückkehrt, war uns bei der Planung noch nicht bewußt.
(20.06.09, Peter Rade)
Bereitgestellt: 17.09.2009      
aktualisiert mit kirchenweb.ch