Facebook

Hansruedi Vetsch

MITEINANDER oder ALLEIN, EINSAM oder GEMEINSAM?

Familiengottesdienst im Freien<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>kirchenweb.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>20</div><div class='bid' style='display:none;'>264</div><div class='usr' style='display:none;'>24</div>

Familiengottesdienst im Freien

Bei der Arbeit für unsere Kirche machen wir uns immer wieder Gedanken, wie wir Gemeinde sein können, welche Ziele wir haben und wie wir unser kirchliches Leben gestalten können.
Dora Zimmermann,
Liebe Leserin, lieber Leser

Bei all diesen Fragen ist mir das 12. Kapitel des Römerbriefes zu einem wichtigen Wegweiser geworden. Nicht endlose Diskussionen und schöne Papiere sind es, die uns weiter bringen, sondern das konkrete Umsetzen dessen, was Paulus empfiehlt. Neben anderen Anweisungen steht da: «Wenn andere fröhlich sind, dann freut euch mit ihnen. Weint aber auch mit den Trauernden! .. »
Aha! So einfach ist das Leben als Christ! Das kostet mich ja keinen Rappen. Ja, Geld kostet mich dieser Lebensstil nicht. Er ist deshalb von der Finanzkrise nicht betroffen. Und doch fällt es mir nicht leicht, dieser Aufforderung von Paulus nachzuleben.

Wie geht es Ihnen damit? Wissen Sie, ob Sie mit Ihrem Nachbarn, Ihrer Arbeitskollegin, Ihren Angehörigen lachen oder weinen sollen? Ich selber bin oft gefangen in Aufgaben und Terminen und habe das Gefühl, keine Zeit zu haben. Wir sollen uns freuen, aber auch miteinander weinen oder anders gesagt, wir sollen am Leben des andern Anteil nehmen. «Geteilte Freude ist doppelte Freude, geteiltes Leid ist halbes Leid.» Das bedeutet aber, dass ich mich nach dem Ergehen des anderen erkundigen muss. Dabei muss ich seine Probleme nicht lösen können, keine Antworten auf seine Fragen haben, sondern einfach mit ihm fühlen. Nur, dieses Mitfühlen ist an vielen Orten verloren gegangen. Durch die Reizüberflutung und die Informationsflut unserer Zeit werden Menschen abgestumpft und leer. Es kann auch nur Mitgefühl bekommen, wer sich andern mitteilt, ihnen sagt, warum man fröhlich ist, aber auch nicht verschweigt, was traurig stimmt oder schwer fällt.
Wo immer ein solches Miteinander geschieht, entsteht eine tiefere Beziehung. Man fühlt sich selber gestärkt, angenommen und motiviert. Wenn wir in unserer Kirchgemeinde zu diesem Miteinander finden, sind wir auf gutem Weg. Ich selber darf bei meiner Arbeit, in Gottesdiensten, bei Feiern oder in Sitzungen immer wieder ein Stück davon erleben. Dies erfüllt mich mit Freude und gibt mir Kraft.
Es gibt aber auch Momente, da habe ich weder Lust noch Kraft, mich andern zuzuwenden. Ich ärgere mich vielleicht sogar, dass mein Gegenüber immer nur sich selber sieht. Was dann? - Oder ich frage mich: «Bin ich überhaupt erwünscht? Was werden die andern von mir denken?» Beide Verhaltensweisen hindern mich daran, Gemeinschaft im Sinne des Bibeltextes zu erfahren. Manchmal habe ich auch einfach Angst oder fühle mich überfordert. In solchen Momenten lädt Gott uns besonders ein, seine Nähe zu suchen. Er will uns Kraft und Liebe für uns und unsere Mitmenschen schenken. Nie fordert er von uns ein Verhalten, bei dem er uns nicht seine Hilfe zusagt. Es lohnt sich, zum Thema «Leben in der Gemeinde» das 12. Kapitel des Römerbriefs wieder einmal zu lesen.

Am Sonntag, 9. August, sind Gross und Klein, Alt und Jung herzlich zum Gottesdienst in die Kirche Kurzdorf eingeladen, um mit Gästen aus der Evangelischen Allianz Gemeinschaft zu pflegen. Beim anschliessenden Zusammensein auf der «Chrütiwiese» wollen wir miteinander ins Gespräch kommen.
Am 10. August sind die Sommerferien zu Ende. Für viele beginnt wieder der gewohnte Alltag. In manchen Familien bestimmt der Stundenplan der Kinder den Tagesablauf. Wo immer unser Platz ist, uns allen gilt die Aufforderung:
«Freuen wollen wir uns mit den Fröhlichen, weinen mit den Weinenden.»
In diesem Sinne freue ich mich auf das gegenseitige Anteilnehmen in unserer Kirchgemeinde.

Dora Zimmermann
Bereitgestellt: 30.07.2009      
aktualisiert mit kirchenweb.ch