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Andreas Bänziger

Editorial Dezember-Kirchenbote

Brennende Kerze<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>evang-frauenfeld.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>412</div><div class='bid' style='display:none;'>1927</div><div class='usr' style='display:none;'>4</div>

Brennende Kerze

„Das Volk, das im Finstern lebt, sieht ein grosses Licht“
Jesaja 9,1

Dieses Wort sprach Jesaja in eine Zeit der Bedrohung durch fremde Heere. Wahrscheinlich machten sich viele Menschen Sorgen um die Zukunft. Für wie viele war es wohl eine wirkliche Zusage, Grund zur Hoffnung? Wie viele konnten es angesichts der Gefahr gar nicht aufnehmen?
Auch wir leben in einer Zeit, wo sich viele, Junge und Ältere, Sorgen um die Zukunft machen. Globale Erwärmung, Flüchtlingsströme, Arbeitslosigkeit und neustens eine grosse Bankenkrise zeigen, dass es keine absolut sichere Zukunft gibt. Aber das Wort gilt auch heute, für uns! Können wir das Licht sehen, das gemeint ist? Immer wieder in der Geschichte der Menschen mussten sie Folgen von Fehlern tragen, aber nie hat sich Gott total von ihnen abgewendet.
Hans Stettler,
„Ich weiss, was ich mit euch vorhabe. Ich gebe euch wieder Zukunft und Hoffnung.`“
Jeremia 29,11

Diese Botschaft hatte Jeremia dem Volk Israel in der Verbannung auszurichten, allerdings nicht als sofortige Erfüllung. Jesus hat seiner Zuhörerschaft wiederholt die unbedingte Liebe des Vaters zugesagt. Die beiden Worte geben mir immer wie-der neuen Mut, wenn ich angesichts der vielen Meldungen in den Medien zum Schwarzseher werden will.
An den folgenden Sonntagen zünden wir Kerzen an, wir erinnern uns an das Kind, das in Armut geboren wurde, in eine unsichere Zukunft hinein. Dieses Kind ist durch alle Zeiten hindurch zum Wegweiser geworden. Es weist auf den Vater hin, dessen Liebe und Geduld so unendlich gross ist. Und Jesus hat sich mit den Worten von seinen Jüngern verabschiedet: „Ich bleibe bei euch bis ans Ende der Tage.“

Mit den beiden Prophetenworten gehe ich in meinen nächsten Lebensabschnitt. Fast 30 Jahre durfte ich in der Kirchgemeinde in ganz verschiedenen Bereichen tätig sein. Die Begegnung mit so vielen Menschen, Kindern und Erwachsenen, empfand ich stets spannend, herausfordernd, aber auch bereichernd. Ich habe mich dabei oft und immer wieder getragen gefühlt, auch von meinen nächsten Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen an der Freiestrasse. Wir haben Freuden, manchmal auch Schwieriges miteinander geteilt und viel gelacht. Im musikalischen Sektor war die Zusammenarbeit mit Christoph Wartenweiler in der Chorleitung etwas ganz Besonderes. Berufs- und Nichtberufsmusiker, waren wir einander nie Konkurrenz, aber Hilfe und Ergänzung. Unsere Auffassungen waren einander so ähnlich, dass der Chor nach der getrennten Probe oft schmunzelte, da ohne Absprache der eine genau dasselbe sagte, was man vom anderen vorher schon gehört hatte. Auch für diese Zusammenarbeit bin ich sehr dankbar. Meine Arbeit hat mir viel Freude gemacht, aber ich werde es auch geniessen, ab dem neuen Jahr an verschiedenen Anlässen einfach dabei sein zu dürfen, ohne eine Aufgabe übernehmen zu müssen.
Bereitgestellt: 01.12.2008      
aktualisiert mit kirchenweb.ch