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Andreas Bänziger

Ferien im Rumänischen Schülerlager

Kinderlager in Rumänien<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>evang-frauenfeld.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>374</div><div class='bid' style='display:none;'>1866</div><div class='usr' style='display:none;'>4</div>

Kinderlager in Rumänien

Von Anfang bis Mittel Juli weilte ich für zwei Wochen in Rumänien. Schon lange wollte ich ein Schülerferienlager miterleben, unterstützen wir das doch jedes Jahr mit dem Erlös des Zwiebelverkaufs. Ich beschränke den Bericht also auf diese Woche mit den Kindern.
Verena Fankhauser,
Am Montagmorgen erwarteten 26 Kinder den Bus, der sie von Ilieni nach Homorod, ein Ferienort auf zirka. 1200 Meter bringen sollte. Aranka, die Lehrerin schrieb mir, dass mit einem komfortablen Bus gereist werde. Umso mehr erschrak ich, als das Vehikel eintraf. Zum Glück regnete es nicht, denn die hinteren Pneus waren ziemlich abgelaufen. Das sei nicht weiter schlimm und legal beruhigte mich Aranka. Gepäck sowie Spiele und Bastelmaterial wurde im Gepäckraum verstaut und dann kletterten 26 Kinder zwischen acht und 15 Jahren in den Bus, der uns in die Nähe des Ferienhauses brachte. Weil die Strasse schlecht war, weigerte sich der Chauffeur, uns ganz zum Ziel zu bringen. Sack und Pack mussten wir deshalb während 20 Minuten zum Ziel schleppen.

Im idyllisch gelegenen Ferienhaus wurden wir vom Besitzer und seinen zwei angestellten Frauen begrüsst und konnten die sauberen, hellen aber sehr einfachen Vierer-Zimmer beziehen. Zwei Zimmer mit WC und Dusche die anderen Zimmerbewohner teilten sich zwei Duschen und WCs ausserhalb der Schlafräume.

Da mir das Haus von Aranka als «commode» geschildert wurde, erwartete ich, dass es vielleicht einen Spielplatz sowie einige Spiele gäbe. Dem war aber nicht so. Eine grosse schöne Wiese war vorhanden, aber weder ein Goal noch ein Korbballkorb oder sonst eine Einrichtung für Spiele im Freien standen zur Verfügung. Zum Glück hatten wir drei Bälle, ein Federballspiel und ein paar Kleinigkeiten für Kreisspiele dabei. Davon wurde rege Gebrauch gemacht. Die Kinder warteten jeweils geduldig, bis etwas frei wurde.
Beliebt war auch der kleine Zoo, sowie die Pferde, die ganz frei auf den Wiesen herum liefen. Am Abend wurden «Reitstunden» für die Kinder angeboten. Es stand ein Pferd für zirka 20 Kinder zur Verfügung. Man musste die zwei Minuten auf dem Pferderücken mit Warten verdienen.

Gelassen und geduldig ging es beim Basteln zu und her. Am grossen Tisch, der in einer Scheune stand, konnten nicht alle Kinder gleichzeitig arbeiten. Am ersten Tag wurden kleine Gipsfigürchen bemalt und gezeichnet (auf A5 Blättern), denn Papier ist teuer und musste wie alles andere mitgenommen werden. Im Haus war kein Blatt Papier, keine Farbstifte oder ähnliches vorhanden.

Während drei Tagen war eine Kunstgewerblerin zu Gast. Sie weihte die Kinder ins Brettchenweben, ins Schnurdrehen, in Glasperlenarbeiten und ins Filzen ein. Besonders das Filzen gefiel den Kindern. Es wurden Bälle, Hals- Bein- und Armschmuck hergestellt. Mangels Platz am Arbeitstisch weilten einige stets draussen bei den Tieren oder beim Ballspielen. Ich hatte ein Memoriespiel mitgenommen und spielte zuerst mit den Jüngsten damit. Mit Zeichensprache erklärte ich die Spielregeln und in kurzer Zeit beherrschten sie diese. Bald kamen auch die grossen Kinder und wollten unbedingt mitspielen. Das Spiel wurde erschwert, indem ich den Kindern die deutschen Namen der Tiere auf den Kärtchen beibrachte und bei jedem Drehen wurde gewetteifert, wer zuerst den richtigen Namen nennen konnte. Ein kleiner Knirps wusste ausser Eichhörnchen alle Namen.

Am letzen Abend war eine ungarische Tanzgruppe anwesend und wer Lust hatte konnte Tanzunterricht im Csardastanzen nehmen. Das war nun nicht nur für die Kinder attraktiv sondern auch für uns Erwachsene. Weit habe ich es aber nicht gebracht. Erstens verstand ich die Erklärungen nicht und zweitens ist so ein Ablauf ein richtiges Hirn und Konditionstraining.

Am Samstag ging es mit glücklichen und zufriedenen Kindern nach Ilieni zurück. Einige erklärten der Lehrerin, dass sie im nächsten Jahr am liebsten wieder an diesen Ort im Schülerlager teilnehmen möchten. Mich selber hat beeindruckt, mit wie wenig sich die Kinder beschäftigen konnten und mit wie wenig Material und Komfort sie zufrieden waren. Es ist mir ein Anliegen, dass wir auch künftig mit dem Verkauf von Zwiebelzöpfen das Kinderlager unterstützen können.
Verena Fankhauser
Bereitgestellt: 12.08.2008      
aktualisiert mit kirchenweb.ch