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Andreas Bänziger

Editorial August-Kirchenbote

Begegnung mit jungen Muslimen (Foto: Andreas Bänziger)

Begegnung mit jungen Muslimen (Foto: Andreas Bänziger)

Mut zur Begegnung mit Moslems:

In den letzten zwei Jahren waren immer wieder Berichte in den Schweizer Medien, welche Gewaltdelikte ausländischer Jugendlicher veröffentlichten. Natürlich wurde dadurch die landläufige Volksmeinung gegenüber besonders Menschen aus dem Balkan verstärkt und beeinflusst. Selbst wenn die höhere kriminelle Bereitschaft dieser Jugendlichen statistisch belegbar wäre, so möchte ich Sie für eine christliche Sicht der Dinge einladen.
Markus Osterwalder,
Dass mittlerweile viele Moslems in der Schweiz wohnen und viele von ihnen nicht mehr zurück in ihre Heimat gehen werden, ist eine Tatsache. Es ist daher sehr wichtig, welche Haltung wir als Christen diesen Menschen gegenüber einnehmen. Viele dieser Menschen fühlen sich tatsächlich in der Schweiz nicht angenommen und nicht erwünscht. Was erschwerend dazukommt, ist eine nicht bestehende Chancengleichheit bezüglich beruflicher Perspektiven und gesellschaftlicher Integration. Ein Klima der Ablehnung und der Aussichtslosigkeit, sowie eine katastrophale Lage in Heimatland, sind natürlich ein guter Nährboden für eine hohe Gewaltbereitschaft und sonstige Kriminalität. Dagegen können wir konkret etwas unternehmen.

Wenn wir den Mut haben, gängige Vorurteile, politische Prägungen und allenfalls negative Erfahrungen über Bord zu werfen, eröffnen sich neue Möglichkeiten für gläubige Christen, den Moslems zu begegnen. Leider wurden in den letzten Jahren zu viele christliche Bücher publiziert, welche Moslems pauschal als «Philister» und «Terroristen» darstellten. Die katastrophalen Folgen für alltägliche Beziehungen zwischen Moslems und Christen wurden von Verfassern solcher Literatur oft komplett ausgeblendet. Wir sollten diesen Feindbildern entsagen und Moslems hier «als von Gott geliebte Mitmenschen» akzeptieren.
Aus meiner dreijährigen Erfahrung aus der Arbeit mit vielen islamischen Jugendlichen, wurde meine Sicht grundlegend verändert. Dass «normale» Schweizer sich für diese Gruppierungen interessieren und ihnen helfen, wurde von unseren Besuchern und auch von deren Familienmitgliedern enorm geschätzt. Dabei wussten diese jedoch immer um meine biblische Überzeugung. Überraschenderweise war gerade dies sogar ein Grund für eine respektvolle Haltung mir gegenüber

Leider fehlt wirklich noch eine Lobby für diese Menschen, welche eine effiziente Förderung und eine Integration möglich macht. Denn der weltlich-reelle Nutzen aus dieser Sache ist lediglich präventiver Natur. Ich bin überzeugt, dass sich Jugend-Kriminalität und somit unschöne Schlagzeilen langfristig durch positiv prägende Begegnungen mit Christen deutlich reduzieren lassen.

Als Christen möchte ich Sie herzlich einladen, gegenüber moslemischen Mitmenschen eine gottgegebene Freundlichkeit, Verständnis, Liebe und Gastfreundschaft entgegen zu bringen. Wir werden begeistert sein, was passiert, wenn wir diesbezüglich den ersten Schritt wagen, ohne dabei unsere christlichen Standpunkte verleugnen zu müssen.

Dafür wünsche ich Ihnen viel MUT.

Markus Osterwalder
Bereitgestellt: 12.08.2008      
aktualisiert mit kirchenweb.ch