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Andreas Bänziger

Editorial Juni-Kirchenbote

fitness<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>evang-frauenfeld.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>362</div><div class='bid' style='display:none;'>1760</div><div class='usr' style='display:none;'>4</div>

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Probetraining im Fitnessstudio?
Rückbesinnung auf das Wichtigste in unserem Leben.
Andreas Caluori,
Dachte ich es mir doch, dass die Einladung zum Probetraining eines Fitnessstudios klar auf mein Übergewicht anspielt. Der Wohlstandsspeck an den Rippen macht uns zwar träge, da gibt es aber noch weit mehr Dinge, die uns unbeweglich machen. Zigaretten rauchen, Alkohol trinken, Computerspiele, TV schauen, Glücksspiele, Hunderte von SMS schreiben, Kaffee schlürfen, stundenlang arbeiten oder zu viel im Internet surfen. All das schränkt uns ein, macht uns unflexibel, lenkt uns von der Beziehung zu Gott ab und für unsere Familien sind wir nur noch abwesend. Es gilt, diese Formen von Wohlstandsspeck loszuwerden. Dazu brauche ich kein Fitnessstudio, trotzdem viel Durchhaltevermögen und den Willen sich auf die wesentlichen Werte zu besinnen.

In der letzten Sommerferienwoche unternehmen wir mit jungen Erwachsenen eine Reise nach Rumänien; eine Rückbesinnung auf die Werte, auf die es ankommt. Wir jammern über die Steuern, gestiegene Benzinpreise und die erhöhten Krankenkassenprämien. Oh je, wie schlecht geht es uns doch! Wir vergehen richtig im Mitleid mit unserem harten Los. Und wie ist es wirklich? Schauen Sie sich doch einfach mal um, zum Beispiel in den Abfalleimern der Fast-Food-Ketten. Der Anblick ist erschreckend: Da liegen Tonnen von Lebensmitteln und in den Slums südamerikanischer Grossstädte wühlen sich Dreijährige durch die Müllhalden, um zu überleben. Unsere Kids fahren 100 Kilometer in die «nächste» In-Disco zum Super-Event und in Afrika fliehen Kinder zu Fuss 100 Kilometer vor einem ausbrechenden Vulkan, um ihr Leben zu retten. 800 Franken für das neueste Handy das ist doch das reinste Schnäppchen und mit derselben Summe können in Somalia oder Peru 10 Kinder in die Schule gehen und satt werden. In Wirtshäusern fallen Menschen um, weil sie vor lauter Alkohol nicht mehr stehen können und in Nepal fallen sie um, weil sie sich vor lauter Durst nicht mehr auf den Beinen halten können. - Und dann jammern wir, dass es uns sooo schlecht geht!? Wir nehmen uns das Leben, weil wir mit diesen Dingen und dem Luxus keine Erfüllung erlangen.

Rückbesinnung auf das Wesentliche heisst, unsere Beziehung zu Gott überdenken. Den Glauben im Gebet, in der Stille und in der Gemeinschaft mit anderen Christen vertiefen. Sich auf den Weg der Nachfolge Jesu Christi begeben. Gerade dann, wenn die eigenen Energien schwinden und die Akkus sich nicht mehr so schnell aufladen lassen. In den Zeiten, in denen wir ausgebrannt, müde sind, schwirren Gedanken durch den Kopf: Was habe ich erreicht in meinem Leben, was gilt es noch zu tun, welchen Sinn hatte das Leben für mich bisher und in der Zukunft? Mitten im Leben solche schweren Gedanken. Gedanken, die zuweilen Angst machen. Eine Rückbesinnung auf das Wichtigste gibt mir Bedenkzeit über die Grenzen, über die Möglichkeiten die noch bleiben, nachzudenken, um dann aktiv Veränderung im Leben herbeizuführen.

Am Ende steht Jesus, der sich erniedrigt und sich mit den Ärmsten solidarisiert hat. Wenn uns durch Jesus gezeigt wird, dass Gott unser Leben begleitet, müssen wir wirklich keine Angst haben. Das Wesentliche muss also im Glauben gesucht werden.
Bereitgestellt: 29.05.2008      
aktualisiert mit kirchenweb.ch