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Andreas Bänziger

Editorial Mai-Kirchenbote

Martin Gsell (Foto: Andreas Bänziger)

Martin Gsell (Foto: Andreas Bänziger)

Abschied

Liebe Leserin, lieber Leser,

Während mehr als 22 Jahren durfte ich das Amt des Kirchenpflegers von Frauenfeld ausüben. Zu vier Stichworten möchte ich mich äussern:
Martin Gsell,
Wandel
Die christliche Botschaft, ihre Inhalte, die Aufgaben unserer Gemeinde und sogar die Gebäude unserer Kirchgemeinde haben sich in meiner Amtszeit nur unwesentlich verändert.

Unübersehbar ist aber die Vielfalt unserer Angebote gewachsen. Und wie so oft in der Kirchengeschichte haben auch einzelne Angebote nicht überlebt. Aus unterschiedlichen Gründen mussten Pizzandachten, LordsMeeting, Jugendchor etc. aus unserem Angebot genommen werden. Andererseits haben sich neue Angebote wie familienfreundliche Gottesdienste, Fiire mit de Chliine, Singe mit de Chind, Worship-Gottesdienste etabliert. Anstelle einer Jungen Kirche gibt es jetzt einen Teens-Club, einen Joy, ein Jes und ein Life4. Neu dazugekommen sind auch die Angebote der „Gruppe für fröhliche Anlässe“, die Vorträge von <brennpunkt alltag>, die Gospel Friends sowie die Begleitung von Trauernden. Für unsere Senioren gibt es den Spiel- und Gesprächsnachmittag. Weitere Angebote finden Sie in diesem Kirchenboten.

Der Kirchenbote, der früher nur eine Gemeindeseite aufwies, wurde auf 5 Gemeindeseiten ausgebaut. Trotz Mails und Internet hat die Zahl der jährlichen Fotokopien von rund 60'000 auf 240'000 zugenommen. Seit einigen Monaten werden auch rege Farbkopien erstellt.

Die Steuereinnahmen sind von Fr. 2'053'000 (1985 = 15 %) auf Fr. 3'360'000 (2008 = 14 %), die Personalausgaben von Fr. 920'000 (1985) auf Fr. 2'181'000 (2008) gestiegen.

Seinerzeit wurde der Religionsunterricht durch die Pfarrer in der Oberstufe erteilt. Heute werden wöchentlich 84 Religionsstunden durch 4 Pfarrpersonen und 16 Katechetinnen und Katecheten an Unter-, Mittel- und Oberstufe angeboten.

Der administrative Aufwand ist kontinuierlich gestiegen, so auch mit dem zusätzlichen Personal und mit vielen Teilzeitpensen. Die neuen Errungenschaften im Bürobereich brachten neue Möglichkeiten, Erleichterungen aber auch zusätzliche Aufgabenstellungen. So musste ich mich leider immer mehr von den diakonischen Aufgaben entlasten, was ich sehr bedauert habe.

Wenn ich Ende Mai das Pflegeramt verlasse, so habe ich vorgesehen, die „Gruppe für fröhliche Anlässe“ sowie <brennpunkt alltag> als „Freiwilliger“ weiterhin zu leiten.

Glaube
Das einschneidendste Ereignis während meiner Amtszeit war der Tod unseres ältesten Sohnes, David, im Jahre 1989. Dieser Tod war auch prägend für meine späteren Tätigkeiten und meinen Glauben. Die Sorge um das Wohl der Menschen hat durch diesen Verlust mehr Raum bekommen.

Wünsche für die Zukunft unserer Gemeinde
Hier möchte ich gerne das Bild von Andreas Winkler übernehmen, der sich unsere Kirchgemeinde als Familie wünscht. Einen Ort, wo man zusammenlebt, aber jeder auch sein eigenes Zimmer hat. Ein Ort der Geborgenheit und Toleranz aber auch ein Ort der Auseinandersetzung. Ein Ort wo sich jedes mit seinen Begabungen entwickeln kann und für die andern da ist, aber auch ein Ort, den man immer wieder verlässt, um nachher gerne wieder zurückzukommen. Ich wünsche mir einen Platz für Alte und Junge, für Alleinstehende und Familien, für Arme und Reiche, für Vereinsamte und Überarbeitete, für Glückliche und Trauernde, für Kranke und Gesunde, für Anspruchsvolle und für Einfache.

Dank
Ihnen, liebes Gemeindeglied, danke ich aufrichtig für das Vertrauen, das Sie mir während all der Jahre entgegengebracht haben. Danken möchte ich allen für den Einsatz und für die Zeit, die Sie sich für unsere Gemeinde genommen haben und mit denen wir Probleme lösen und gute Projekte verwirklichen konnten. All jene, die ich enttäuscht habe, bitte ich um Nachsicht. Dankbar blicke ich auf meine Tätigkeit in der Kirchgemeinde zurück.

Mit Freude, Zuversicht aber auch mit einer gewissen Spannung sehe ich der Zeit der Pensionierung entgegen. Langeweile werde ich kaum haben, wenn ich auch die vielen guten persönlichen Kontakte vermissen werde.

Am Freitag, 30. Mai 2008, möchte ich nun mit Ihnen zusammen den Abschluss meiner 22-jährigen Pflegertätigkeit feiern; um 17.30 Uhr in der Stadtkirche, ab 18.00 Uhr Apéro im Sauren Winkel.
Bereitgestellt: 03.05.2008      
aktualisiert mit kirchenweb.ch