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Andreas Bänziger

Editorial April-Kirchenbote

Wahlurne<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>evang-frauenfeld.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>344</div><div class='bid' style='display:none;'>1670</div><div class='usr' style='display:none;'>4</div>

Wahlurne

«Ich habe euch erwählt»

„Gefällt es euch aber nicht, dem HERRN zu dienen, so wählt euch heute, wem ihr dienen wollt: den Göttern, denen eure Väter gedient haben jenseits des Stroms, oder den Göttern der Amoriter, in deren Land ihr wohnt. Ich aber und mein Haus wollen dem HERRN dienen.“ (Josua 24,15)

„Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und bestimmt, dass ihr hingeht und Frucht bringt und eure Frucht bleibt, damit, wenn ihr den Vater bittet in meinem Namen, er's euch gebe.“ (Johannes 15,16)
Dora Zimmermann,
Abwahl von Bundesrat Blocher – Wahlkampf in den USA – Auseinandersetzungen nach Wahlen in Kenia – Nachfolger von Putin gewählt – Regierungs- und Kantonsratswahlen – Wahl der Kirchenvorsteherschaft usw. In diesen Wochen und Monaten sind Wahlen ein ständiges Thema in den Medien. Wir alle müssen uns damit auseinander setzten. Die Bereitschaft, mich selber einer Wahl zu stellen, bewog mich, mir dazu einige Gedanken zu machen:

Wählen heisst, sich für eine Person oder eine Sache zu entscheiden. Dies tue ich mehr, als mir vielleicht bewusst ist. Schon am Morgen muss ich mich entscheiden, welche Kleider ich anziehen soll. In unserer Zeit mit den nahezu unbeschränkten Möglichkeiten haben wir oft die Qual der Wahl. Hatten es da unsere Grosseltern nicht einfacher? Es gab ja von den meisten Produkten nur eine Sorte. Wäre heute
manchmal weniger nicht mehr?

Bei den politischen Wahlen geht es im Gegensatz dazu nicht um Waren, sondern um weit mehr, um Menschen. Wir sind aufgerufen, Frauen und Männer zu wählen, die sich für das Wohl unserer Stadt, unseres Kantons oder unseres Landes einsetzen. Dass wir dies in aller Freiheit, mit demokratischen Regeln tun dürfen, sollte uns mit grosser Dankbarkeit erfüllen. In diesem Zusammenhang war es eindrücklich zu erleben, wie sich Vertreter aller Parteien in einer Halle versammelten, um gemeinsam Wahlprospekte einzupacken.

Wer nicht wählt, wählt doch. Das heisst, er oder sie wählt, die Entscheidung anderen zu überlassen! Sind wir uns dessen bewusst?

«So wählt nun heute, wem ihr dienen wollt .. » ruft Josua dem Volk Israel zu. Diese Entscheidungsfrage gilt auch uns. Wem schenke ich mein Vertrauen, dem Gott der Bibel oder anderen Göttern?

Meine ersten Erfahrungen mit «wählen» machte ich als Kind in der Schule, auf dem Pausenplatz oder im Turnunterricht, nämlich immer dann, wenn eine Mannschaft gebildet werden musste. Wie brutal konnte es dabei zugehen! Gut, dass die heutigen Lehrpersonen noch andere Formen zur Bildung von Mannschaften kennen. Mir ist das Gefühl in Erinnerung geblieben, wie es ist, als eine der Letzten gewählt zu werden.

Wie anders bei Jesus, er sagt: «Ihr habt mich nicht erwählt, sondern ich habe euch erwählt». Ist das nicht wunderbar? Er hat mich erwählt, mir sein Vertrauen geschenkt, einfach so, aus lauter Liebe!

Nach den Bundesratswahlen vom letzten Dezember wurde die Bevölkerung nur von einer Frage bewegt: «Nimmt sie an oder nicht?» Voll Spannung erwarteten alle den nächsten Morgen. Dann kam die Antwort der neuen Bundesrätin:«Annahme der Wahl.» Auch bei Jesus geht es um die Annahme der Wahl. Haben Sie ihm Ihre Antwort schon gegeben?
Bereitgestellt: 01.04.2008      
aktualisiert mit kirchenweb.ch