Facebook

Andreas Bänziger

Editorial Februar-Kirchenbote

Editorial —  Wo Menschenwürde berührt ist, zählen keine wirtschaftlichen Argumente. (Johannes Rau)<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>evang-frauenfeld.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>320</div><div class='bid' style='display:none;'>1572</div><div class='usr' style='display:none;'>4</div>

Editorial: Wo Menschenwürde berührt ist, zählen keine wirtschaftlichen Argumente. (Johannes Rau)

Welchen Wert hat mein Leben? Ist es die Summe aller Artikel, die ich kaufe, konsumiere oder geschenkt bekomme? Lässt sich mein Selbst-Wert an meinem Einkommen ablesen? Oder an meinen Beziehungen und am sozialen Status? Wenn dem so wäre, dann gäbe es riesige Unterschiede: Zwischen dem Bankdirektor und der ausländischen Raumpflegerin, oder zwischen einem Schweizer mit erster, zweiter und dritter Säule und dem Mädchen aus den Slums in Manila auf dem Bild, das keine soziale Sicherheit kennt.
Pfr. Andreas Bänziger,
Dass Gott mit anderen Massstäben rechnet, sehen wir in der Bibel. Der Profet Jesaja sagt:
«Denn ich bin der HERR, dein Gott; ich, der heilige Gott Israels, bin dein Retter. Völker gebe ich für dich hin, ja die ganze Welt, weil du mir so viel wert bist und ich dich liebe.»
Der Wert eines Menschen bemisst sich also in den Augen Gottes nicht nach wirtschaftlichen Kriterien, nach Leistung und Geld. Vielmehr gilt jedem einzelnen Menschen, aber auch jedem Volk, insbesondere wie hier gemeint dem kleinen Volk Israel, die Liebe und Zuwendung Gottes. Erst durch sein Schöpferwort sind wir entstanden und haben wir einen Platz auf der Welt. Durch seinen Zuspruch schenkt er uns Lebensraum, Zukunft und Würde. Und weil er in Jesus Christus selber Mensch geworden ist und unter uns gelebt hat, dürfen wir uns seiner Liebe und Vergebung sicher sein. Wie würde unsere Welt aussehen, wenn wir das ernstnehmen würden?
Anstatt zu rechnen und mit anderen zu vergleichen, würden wir eher dankbar sein für das, was wir sind und haben. Und wir würden freier im Weitergeben und Verschenken von Liebe, Kraft, Geld... Anstatt auf Ausländer, Arme, Randständige, Alte etc. herunterzuschauen und sie zu verachten, würden wir gerade solche Menschen ehren und ihnen Gutes tun.
Jesus hat einmal eine Geschichte erzählt, die seine wirtschaftlich rechnenden Zeitgenossen ziemlich aufgeregt hat. Er erzählte von einem Weinbauern, der zu verschiedenen Zeiten des Tages Arbeiter angestellt hatte, am Schluss des Tages aber allen den gleichen Lohn auszahlte (nachzulesen in Matthäus 20). Damit wollte Jesus uns zeigen, dass es im Blick auf Gottes Reich keinen Unterschied macht, ob wir eine grosse oder kleine Leistung erbringen. Entscheidend ist, dass wir uns von ihm ‚anstellen‘ und beschenken lassen. Denn seine Gnade gilt allen Menschen gleich. Das ist es, was unser Leben wertvoll macht.
Bereitgestellt: 01.02.2008      
aktualisiert mit kirchenweb.ch