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Andreas Bänziger

Editorial Januar-Kirchenbote

Jahreslosung 2008 (Foto: Andreas Bänziger): Ich lebe, und auch ihr sollt leben! Joh. 14,19

Jahreslosung 2008 (Foto: Andreas Bänziger): Ich lebe, und auch ihr sollt leben! Joh. 14,19

Ihr sollt leben...
Nach den besinnlichen Weihnachtsfeiertagen ist der Jahreswechsel für viele Menschen Rückblick und Ausblick zugleich. Wir ziehen Bilanz über das vergangene Jahr und wagen auch schon einen Ausblick auf das Neue Jahr; die Einen voller Erwartung und Spannung, die Anderen eher in Gelassenheit und Ruhe.
Rosemarie Hoffmann,
Aber wohl alle hoffen wir auf Geborgenheit und Frieden inmitten einer bedrohten und feindlichen Welt. Unsere Erfahrungen von Leben sind oft zwiespältig, selten geradlinig, getragen von Licht und Schatten. Sie lassen uns immer wieder Ausschau halten nach Orientierung und Wegleitung. In dieser Situation werden wir angesprochen durch das Losungswort für das Jahr 2008:

Jesus spricht: Ich lebe und ihr sollt auch leben. (Joh 14,19)

Auf dem Weg vom See Genezareth nach Jerusalem begegnet Jesus dem ganzen Spektrum menschlichen Lebens. Er sieht die Bedürftigkeit und Ohnmacht menschlicher Existenz. Er schaut das Elend und die Verletzungen, die sich Menschen gegenseitig antun. Er ist es, der sich in Sanftmut und Güte zu den Notleidenden, Armen, Kranken, den Aussenseitern der Gesellschaft herabbeugt, der die heilende Hand auf ihre seelischen und körperlichen Wunden legt, der Ängstliche und Verzweifelte tröstet, der Gewalt mit Liebe beantwortet. Jesus sieht im Menschen nicht den schlechten Menschen, sondern den bedüftigen, verlorenen, auf Liebe angewiesenen Menschen. Was er ihnen entgegenbringt, ist der Zuspruch zur eigenen Person, eine mutmachende Zuwendung, die den Menschen von allen Hemmnissen des Lebens befreien soll. In einer Welt der Feindschaft und des Hasses spricht Jesus eine Sprache der Liebe, die uns hoffen lässt und aufrichtet.
Dieses Leben, das wir durch Jesus haben, ist zugleich das befreite Leben ( Gal 5,1) frei von den Zwängen und Abhängigkeiten der Menschen untereinander, frei von Süchten und Gewalt, frei von moralisierenden Ansprüchen, aber frei für die Liebe zu Gott und für die Liebe zum Nächsten.

Im Bild zur Jahreslosung ist mit der Farbe Rot als Zeichen des Blutes, des Wachtums und der Entwicklung der Strom des Lebens dargestellt. Er fliesst unentwegt von Ewigkeit zu Ewigkeit. Leben und Tod, Glück und Katastrophen menschlicher Generationen werden davon getragen. Darin sind wir alle Sehnsüchtige, Suchende, Hoffende. Auf diesem Weg begegnet uns Jesus am Kreuzweg. Er ist es nicht, der das weltliche Leben abwertet oder gar entwertet, im Gegenteil, er will uns den Weg zu einem gelingenden, glücklichen, erfüllten Leben zeigen. Dazu weist er uns den Weg zu Gott.
An uns ist es dann zu prüfen und immer wieder fragen, ob das, was wir sagen und tun, wirklich lebensfördernd ist, nicht nur für uns selber, auch für den Nächsten, die Kreatur, die Schöpfung als unsere Lebensbasis.
Bleibt mir noch, Ihnen für das kommende Jahr 2008 dies zu wünschen: wahres, von Gott gewolltes Leben.
Bereitgestellt: 02.01.2008      
aktualisiert mit kirchenweb.ch