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Hansruedi Vetsch

Taizé Jugendtreffen in Genf

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Eindrücklicher Gottesdienst mit allen zusammen

Vom 28. Dez. 07 bis 1. Jan. 08 trafensich junge Erwachsene aus ganz Europa zum Jugendtreffen von Taizé in Genf. Darunter auch einige aus unserer Kirchgemeinde. Was wir alles in Genf erlebten, möchten wir hier berichten.
Hansruedi Vetsch,
Tagesschau Schweizer Fernsehen
Tagesschau ARD 1 und 2
ARD mit(zufällig)den Frauenfelder beim Gitarrenspiel

Für viele Frauenfelder Gemeindeglieder ist Taizé kein unbekannter Ort. Zahlreiche KonfirmandInnen haben diese Bruderschaft im Burgund während einer Konfirmandenreise in den letzten Jahren besucht und auch viele Gemeindeglieder haben während den Reisen über Auffahrt Taizé und dessen Gottesdienste schätzen gelernt.

Jeweils über Neujahr treffen sich rund 40'000 junge Erwachsene in einer europäischen Stadt. Diesmal in Genf. Hier der Erfahrungsbericht der Frauenfelder Gruppe:

1. Tag - Einstimmung

Auf der Reise werden zuerst einmal die umfangreichen Unterlagen studiert: Die Organisation ist für so viele Leute erstaunlich einfach gehalten.
In Genf werden wir in einem Schulhaus willkommen geheissen und einer Kirchgemeinde zugeteilt. Wir sind bei der Lutheranischen Kirchgemeinde in der Nähe des Roten Kreuzes untergebracht. Dort erwartet uns eine freundliche Gastfamilie, bei der wir im Wohnzimmer unsere Schlafunterlage ausbreiten können.

Noch bevor wir losfahren treffen wir auf Bruder Bruno, der vielen Frauenfelder von Gesprächen in Taizé bekannt ist. Ein kurzes aber sehr herzliches Wiedersehen. Schön, dass sich in den letzten Jahren eine persönliche Beziehung zu einem Bruder aus Taizé ergeben hat.

Wie werden 40'000 Menschen verpflegt? Auch hier zeigt sich die Genialität der einfachen Organisation. Innerhalb kurzer Zeit haben alle ein Sack mit dem Nachtessen erhalten, das wir in der riesigen Messehalle am Boden essen.

Der Gottesdienst - in Taizé heisst der Gottesdienst "Gebet" - findet in zwei grossen Messehallen statt. Auch hier ist alles schlicht: Alle sitzen auf selbstmitgebrachten Unterlagen am Boden. Gesänge aus Taizé, Bibellesungen und Gebete wechseln sich ab. Eine lange Stille lädt ein, seine eigenen Anliegen vor Gott zu bringen.

Eindrücklich, wie so viele Menschen hier zusammenkommen um miteinander zu beten, Gott zu erfahren und sich auszutauschen.

2. Tag - Kennenlernen und Qual der Wahl

Am 2. Tag lernen wir nun die Gastfamilie beim Frühstück kennen und merken, dass Gastfreundschaft heisst, sich auch auf ganz fremde Menschen einzulassen. In der Lutheranischen Kirchgemeinde findet am Morgen, nach einem kurzen Gottesdienst, ein Gespräch in Kleingruppen zum Thema: "Welche Wege der Hoffnung können wir auftun, wo sich Ohnmachtsgefühle ausbreiten".

Am Nachmittag stehen wir vor der grossen Frage: Welchen Workshop aus so vielen interessanten Angeboten? Hier nur einige der Themen:
  • Was stand am Anfang des Universums, 2 Glaubensfragen? Gespräch mit Nuklearforschern aus CERN
  • Menschen nahe sein, die in Armut leben: Sich zu Hause um Flüchtlinge, Asylbewerber, Obdachlose u.a. kümmern
  • Das Wort ist nicht gefesselt: Bibelarbeit mit Generalsekretär des Reformierten Weltbundes
  • Chöre aus afrikanischen Gemeinden singen Lieder aus ihren Gottesdiensten
  • usw....

Am Abend gelingt es schon besser, sich in der riesigen Doppelhalle für den Gottesdienst einzustimmen. Wir sind frühzeitig da und machen uns zu den vergrösserten Deckenbilder der Kirche Zilis, die vorne hängen, Gedanken.

Die Botschaft von Frère Alois am heutigen Abend nimmt die vielfältigen Erfahrungen des Tages auf:

Versöhnung
Aber was ist das - Versöhnung? Frère Roger hatte keine Strategie der Versöhnung, sondern ging auf den Anderen zu, gleich wer er war. Sich versöhnen heisst auf den anderen zugehen, und dies beginnt auf der Ebene persönlicher Beziehungen: Gemeinschaft mit den Menschen suchen. Entmutigen wir uns nicht zu schnell, wenn Spannungen, Unverständnis auftreten? Unser Einsatz für die Versöhnung findet seine Quelle in der Versöhnung, die Gott uns anbietet.

3. Tag - Ländertreffen

Am Ländertreffen in der Cathedral St. Pierre, fragte uns Bruder Bruno: Was wird wohl das stärkste Erlebnis sein, das die Jugendlichen mit nach Hause nehmen? Wenn er auf die vielen Begegnungen zurückblickt dann: Fröhlichkeit! Sagte nicht schon Martin Luther: Wir Christen sind ein fröhlich Volk, weil wir die Gewissheit haben, von Gott geliebt zu sein?!

In der Tat: Fröhlichkeit ist hier ansteckend: Menschen, die in der Kälte draussen ein Hinweisschild halten lachen uns ebenso zu, wie diejenigen bei der Essensausgabe oder bei der Begrüssung im Gottesdienst.

Zuerst waren sich die Verantwortlichen nicht sicher, ob sich auch in der Schweiz genügend Gastfamilien finden würden. Aber nun wissen sie es: Ja, es gabe für alle eine Gastfamilie. Eine Frau erzählt, wie sie als Protestantin gehofft hat, katholische Jugendliche aus möglichst einem fernen Land zu beherbergen. Sie hat zwei junge Frauen und einen jungen Mann aus Polen zugeteilt bekommen. Am 2. Tag war der Mann etwas betrübt. Als die Gastgeberin fragte warum, stellte sich heraus, dass der Mann ein Priester war, der gerne eine Messe gelesen hätte. Zuerst hat sich die Gastgeberin geniert, weil sie dem Priester nur einen Teppich als Schlafplatz angeboten hat. Dann fragte sie, ob sie für die Messe behilflich sein könnte. Der Priester lachte: Er sei sich gewohnt auf harter Unterlage zu schlafen und gerne könne sie bei der Messe dabei sein und aus der Bibel lesen. So haben sie zu viert in der Küche eine Messe gefeiert.

4. Tag - Abschluss

Nun kennen wir uns schon aus: Wählen gezielt den Workshop und haben schon Bekanntschaften mit anderen machen können.

Die Botschaft von Frère Alois:

Heute Abend wurde der Gottesdienst vom Schein der Kerzen erhellt, die jeder der 40'000 Teilnehmenden erhalten hat. Das Licht, das wir einander weitergeben, kommt aus der Ferne: es wurde aus der Geburtsgrotte in Bethlehem hierher gebracht. Wir beten dafür, dass das Gebiet um Bethlehem, das für so viele Glaubende verschiedener Religionen Heilige Land, endlich in Frieden leben kann.

Diese Flamme des Friedens können wir nicht nur für uns selbst behalten. Das Licht Christi scheint für alle Menschen, es birgt eine Hoffnung auf Frieden für die Welt. Das Vertrauen auf Gott bleibt lebendig und wächst in uns, wenn wir es mit anderen teilen.

Das Licht Christi können wir nur gemeinsam weitergeben. Deshalb richten wir hier von Genf aus einen „Aufruf zur Versöhnung der Christen“, der euch ausgeteilt wurde. Vor Zeiten haben sich die Christen im Namen der Wahrheit des Evangeliums getrennt. Heute wollen wir im Namen der Wahrheit des Evangeliums versöhnt sein.


Der Abend am Silvester verbringen wir mit der Gastfamilie in der Gastkirchgemeinde, der Lutherischen Kirche. Das Treffen in Genf geht schnell zu Ende. Das Herz ist voll von Erlebnissen und Gedanken. Irgendwie war hier in Genf "Versöhnung" greifbar, so nah, so real. Es ist zu hoffen, dass wir diese Versöhung in unseren Alltag und in unsere Kirchgemeinde mitbringen können.

Hinweise und Informationen zum Jugendtreffen in Genf
Offizielle Fotos vom Jugendtreffen in Genf
Bereitgestellt: 02.01.2008      
aktualisiert mit kirchenweb.ch