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Andreas Bänziger

Editorial Dezember-Kirchenbote

Adventszeit (Foto: Andreas Bänziger)

Adventszeit (Foto: Andreas Bänziger)

Es ist Zeit
Pfrn. Barbara Keller,
Die Tage werden kürzer, die Nächte länger. Und doch ist die ganze Stadt erleuchtet. Überall blinkendes, gleissendes Licht, kunstvoll angeordnet. Sterne mit und ohne Schweif, geschmückte Fenster mit Weihnachtsmotiven, Tannenbäume in der Altstadt, geschmückt oder auch nicht. Weihnachtslieder ertönen in den Geschäften, um die Menschen zum Kauf zu animieren. Aus der Küche nehmen wir den wunderbaren Duft von Gebäck wahr. – Aber ist das der ganze Advent mit seinen eigenen Bildern, seiner speziellen Atmosphäre, die Wartezeit auf die Geburt Jesu? Werden wir ihn durch diese äusseren Bilder in den kommenden Wochen auch wahrnehmen? Nein, das ist nur die Hülle. Der wirkliche Advent kommt uns auch aus verschiedenen Texten entgegen - aus Geschichten - und wir besingen ihn in Liedern. So entstehen innere Bilder, die uns eine tiefere Bedeutung dieser Zeit erschliessen können. Haben wir einige von ihnen auf Anhieb präsent und können wir sie auch deuten?

Der Advent ist nicht die Zeit des Konsums sondern die Zeit des Erwartens und der Sehnsucht, aber auch die Zeit der Gewissheit, dass derjenige, der erwartet und ersehnt wird, sicher kommt: Jesus Christus – nicht nur als Kind in der Krippe vor mehr als zweitausend Jahren, nicht nur als beispielhafter Mensch oder als Gründer einer religiösen Gemeinschaft. Jesus Christus kommt auch als Erneuerer unseres eigenen Lebens. Er kommt, um unsere Kirchen immer wieder zu wandeln. Wir sollten diese letzten Tage vor Weihnachten nicht vorübergehen lassen, ohne uns das eindrücklich wieder bewusst zu machen.

Es wird also Zeit, dass wir uns inmitten dieser glitzernden, grellen und konsumorientierten Zeit immer wieder zurückziehen, um in der Stille Jesus Christus einzulassen, mit seinem Licht, seiner Freude und Liebe, die er für uns Menschen hat. Es wird auch Zeit, dass wir die Türen zueinander öffnen. Es wird Zeit, dass wir aufeinander zugehen, in Liebe. Weihnachten beginnt jetzt, in der Ruhe, in der Stille, in der Hoffnung. – Es ist Zeit, jetzt!

Ich wünsche Ihnen allen in der kommenden Adventszeit Mut, Türen zu öffnen und hinzuhören, dorthin, wo Gott wirklich wirkt und kommt. Denn das ist sicher: Gott kommt ganz anders daher, vielleicht ganz leise und sogar im Dunkeln, wie er es schon einmal tat.

Pfarrerin Barbara Keller

Es ist Zeit
Es ist Zeit
den Wind der Hoffnung hindurchwehen zu lassen:
Deine Zukunft hat angefangen
Es ist Zeit
den Fussweg über die wankende Brücke der Sprache
zu gehen: Du wirst ankommen
Es ist Zeit
Türen zu öffnen, Strassen zu begehen:
lauschend wartet Deine Stadt
Es ist Zeit
Feuer und Flamme zu sein: Erhebe fröhlich dein Herz
Joop Roeland
Bereitgestellt: 17.12.2007      
aktualisiert mit kirchenweb.ch