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Andreas Bänziger

Editorial September-Kirchenbote

ora et labora - Bete und Arbeite<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>evang-frauenfeld.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>281</div><div class='bid' style='display:none;'>1346</div><div class='usr' style='display:none;'>4</div>

ora et labora - Bete und Arbeite

Seit uralten Zeiten Mönchsregel,
Grundlage vieler Lebensgemeinschaften,
Kernaussage des Evangeliums !
Dora Zimmermann,
Warum wohl hat sich dieses Lebensmotto über Jahrhunderte bewährt? Auch in heutiger Zeit unterbrechen Menschen ihre Arbeit, vor allem Gläubige anderer Religionen, um in aller Öffentlichkeit zu beten. Haben Sie heute schon gebetet? Haben Sie heute schon gearbeitet?

Viele Aussagen, Verheissungen und Erfahrungen finden wir zum Thema „Beten und Arbeiten“ in der Bibel. Machen Sie sich auf die Suche - Sie werden staunen.

Vorbildliche Christen, heisst es, sagen von sich: «Wenn ich viel Arbeit habe, bete ich eine Stunde länger.» Meine Erfahrung im Alltag ist weit davon entfernt. Ich erlebe es gerade umgekehrt. Wenn mich Aufgaben in Beschlag nehmen, rückt das Gebet in den Hintergrund. Warum ist das wohl so? Hängt es vielleicht mit einer falschen Sicht vom Beten zusammen? Wenn Beten für mich heisst, etwas für Gott zu tun, damit eine Leistung zu erbringen, dann erzeugt dies zusätzlichen Druck. Gut, wenn ich mich dann an meinen Konfirmandenspruch erinnere: «Kommt zu mir, all ihr Geplagten und Beladenen: Ich will euch erquicken.»(neue Zürcher Übersetzung)
Eine Erfrischung - etwas empfangen - zur Ruhe kommen - erfüllt und gestärkt werden, das will Beten sein.

Sind Wellness, Life-Work-Balance, Entspannung, Entschleunigung heute so hoch im Kurs, weil wir diese alte Lebensweisheit vergessen haben und nicht mehr danach leben? Gesunde Ernährung soll ein neues Schulfach werden, Biblische Geschichte dagegen aus dem Lehrplan verschwinden. Für einen gesunden Körper tun wir alles. Warum nur vernachlässigen wir so oft unsere Seele und unseren Geist? Niemandem fällt es ein, ohne Benzin Auto fahren zu wollen, das Velo nicht zu ölen oder den Strom nicht einzuschalten.

Lukas erzählt uns in seinem Evangelium die Geschichte von den beiden Schwestern, Maria und Martha. Ich habe lange nicht verstanden, warum Jesus Maria für ihr stilles Zuhören lobt, die Arbeit von Martha aber mit keinem Wort erwähnt, ja sie sogar zurecht weist.

Das Bild, fotografiert von Peter Schäublin, fasziniert mich. Da sind zwei kräftige Hände, die zupacken und beten können. Hier sind Arbeiten und Beten eins.
Ich wünsche mir vermehrt dieses Zusammengehen im Alltag, dass meine Arbeit vom Gebet getragen ist.

Seit Jahren findet am Samstag vor dem Eidgenössischen Dank-, Buss- und Bettag der 2 Stunden Lauf statt. Auch dies zeigt mir, wie Arbeiten (laufen oder sich finanziell beteiligen) und Beten zusammen gehören. Lassen wir diesen Samstag zu einem Arbeitstag werden, an welchem wir mit oder ohne laufen hilfsbedürftige Menschen unterstützen und feiern wir den Sonntag als unseren Bettag.
Bereitgestellt: 03.09.2007      
aktualisiert mit kirchenweb.ch