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Hansruedi Vetsch

… freuen sich Himmel und Erde

In deiner Auferstehung, Christus, freuen sich Himmel & Erde<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>evang-frauenfeld.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>14</div><div class='bid' style='display:none;'>1147</div><div class='usr' style='display:none;'>24</div>

In deiner Auferstehung, Christus, freuen sich Himmel & Erde

Auferstehung … wer soll das eigentlich verstehen? Ein Toter wird wieder lebendig – da versagt der Verstand.
Liebe . . . wer soll das eigentlich verstehen? So viele Menschen scheitern, aber sie lieben trotzdem immer wieder.
Hansruedi Vetsch,
In manchen Partnerschaften und Familien ist die Liebe kaum noch zu erkennen. Auf einmal aber gibt es doch eine Versöhnung, die niemand mehr für möglich gehalten hätte.

Freuen können wir uns darüber. Aber verstehen?
Am Grab denkt man: Alles aus; für immer. Und dann gibt es doch wieder jemanden, der den neuen Weg zeigt. Gott sei dank; aber verstehen? Genauso wenig wie die Auferstehung lässt sich scheinbar die Liebe verstehen. Ob wohl beide etwas miteinander zu tun haben?

Gott fängt eben einfach von vorne an.
Mit mir, mit Jesus, mit der Welt. Ich muss das nicht verstehen. Ich muss nicht wissen, wie ein Toter aus seinem Grab kommt und wieder mit seinen Freunden isst und trinkt. Ich muss nicht wissen, wie Gott das gemacht hat. Gott hat es gemacht.
Gott schenkt auch die Liebe. Und die Liebe lebt weiter. Auch wenn sie schon tausendmal gestorben ist und von uns begraben wurde. Sie lebt weiter.
Gott fängt von vorne an. Damals in Jerusalem am Ostermorgen und heute jeden Tag bei dir und mir. Die Liebe stirbt nicht. Und wenn sie stirbt, erwacht sie wieder. Auf einmal ist sie doch wieder neben mir, macht mein kleines Leben hell. Völlig unerwartet. Als schickte sie der Himmel.

Ich muss Gott nicht verstehen.
Gott allein weiss, wie er das gemacht hat, als die Jünger laut riefen: Jesus lebt! Wichtiger ist mir, dass die Menschen wieder leben. Sie stehen aus ihrem Trübsinn auf, lachen laut, umarmen sich, essen und trinken.

„In deiner Auferstehung, Christus, freuen sich Himmel und Erde.“
Dieses Osterlied aus Taizé, das wir in der Osternacht sangen, hat etwas von dieser unerklärlichen Freude. Ohne grosse Worte, ohne Erklärung, erst noch in lateinischer Sprache wirkt das Lied auf uns ein. Nicht immer ist es uns so zumute, dass wir in diese Freude von Himmel und Erde einstimmen können. Gar manches mag uns noch an den Karfreitag unseres Lebens erinnern, an das Scheitern, an die Einsamkeit und die bitterste Not, die wir zu ertragen haben.
Doch mitten in diese Dunkelheit bricht ein Licht herein: Zaghaft, wie ein neuer Tag. Das Licht verkündet das was kommt. Es ist noch nicht ganz da, aber es kommt. Ob wir dazu bereit sind?
Wir wären ja gerne bereit für dieses neue Licht, für diesen neuen Tag. Aber wir können das einfach nicht verstehen. Neuer Anfang? Auferstehung? Vergebung? Liebe?
Viel wichtiger als verstehen ist unser schlichtes JA. Ja, Gott, ich möchte diesen neuen Anfang, ich möchte Deine Liebe erfahren, ich möchte mich freuen.

Mein Verstand reicht nicht, Gott zu begreifen. Aber die Liebe kann es.

Hansruedi Vetsch, Pfarrer
Bereitgestellt: 12.04.2007      
aktualisiert mit kirchenweb.ch