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Weihnachtsmorgensingen in der Stadt
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Von Margrit Wyss, margrit.wyss@evang-frauenfeld.ch Frauen, Männer und Kinder versammelten sich am frühen Weihnachtsmorgen in der Dunkelheit auf dem Marktplatz in Frauenfeld zum Singen. Mit Laternen, brennenden Fackeln und Liederheften ausgerüstet, marschierten die Sängerinnen und Sänger zum ersten Auftritt gegenüber der Bäckerei Stähli an der Thundorferstrasse. Es hatte rechtzeitig aufgehört zu regnen, sodass die Musikanten und der Chor, unter der Leitung von Beat Wyss, die Weihnachtslieder ungehindert in die Morgenstille hinaus erklingen lassen konnten. Im Quartier Huben machten sie auf weiteren acht Plätzen Halt, um bekannte und frohe Weisen anzustimmen. Die leuchtenden Laternen und die brennenden Fackeln spendeten in der Dunkelheit Licht für die Liedtexte und trugen zu einer romantischen Stimmung bei. Da und dort öffnete sich ein Fenster und die Leute dankten für den Gesang.
Am Ende der Tour, in der Nähe des Spitals, als «O du fröhliche, o du seelige...» angestimmt wurde, wartete bereits das Postauto, um die hungrige Schar zum Ausgangspunkt zurück zu führen. Im schön geschmückten Saal im Kirchgemeindehaus wurden sie von einem Team, welches das Morgenessen zubereitet hatte, freundlich empfangen. Gestärkt und mit neuem Elan begaben sich Pfarrer Hansruedi Vetsch, der Chor und die Musikanten zum Gefängnis, um auch den Insassen die Botschaft von Weihnachten zu bringen. Pfarrer Vetsch erzählte eine Geschichte, die den Zuhöhrern aufzeigte, wie es wohl wäre, wenn Jesus heute als Erwachsener zu uns käme. Jesus besuchte verschiedene Orte – unter anderem auch eine Kirche. Erst bei einem Wirt, der in seinem Gasthaus an Weihnachten eine Gratissuppe spendete, fühlte er sich angenommen und aufgehoben. Diese Geste, so der Wirt, sei es ihm wert, denn Jesus Christus werde jedes Jahr von Neuem geboren und seine Botschaft von Liebe und Friede damit. «Vielleicht haben Sie keinen Gott oder können nicht an ihn glauben», fuhr Pfarrer Vetsch fort, «aber Sie dürfen versichert sein, dass Gott Sie annimmt und bei Ihnen ist!» Mit dem Lied: «Dona nobis pacem» verabschiedeten sich die Besucher und Besucherinnen und freuten sich über verschiedene Reaktionen der Gefängnisinsassen wie Klatschen, Rufe des Dankens und Abschiedsgrüsse in verschiedenen Sprachen.
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