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Marcel Keller

2-Monats-Bild

074a<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>evang-frauenfeld.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>1019</div><div class='bid' style='display:none;'>6246</div><div class='usr' style='display:none;'>15</div>

 

Idee
Nachdem die Kunstkommission im Mai 2014 anlässlich der Kirchgemeindeversammlung einige Bilder verkauft und an einen Flohmarkt weggegeben hat, freuen wir uns, die Neugestaltung mit alten und neuen Werken an die Hand nehmen zu können.

Die meisten Leute, die sich im Kirchgemeindehaus aufhalten, werden jedoch kaum wegen der Bilder da sein. Deshalb möchten wir einem ausgesuchtem Bild für jeweils zwei Monate einen besonderen Platz einräumen.

Wir werden es gut sichtbar im unteren Gang des Kirchgemeindehauses aufhängen und in einem Gottesdienst in der Stadtkirche ein paar Gedanken dazu weitergeben.

Wir freuen uns, wenn bei Gelegenheit im Gang verweilen.
Zweimonatsbild April/Mai 2018
ohne Titel, Künstler/in unbekannt

Die Gegend hinter dem Holzkreuz, an dem ein Blatt flattert, ist nicht erkennbar. Alles ist nur dunkel und grau-schwarz.
Christus hängt am Kreuz. Um die Lenden ist ein Tuch geknotet. Sein junger, kräftiger Körper ist gemartert, durchbohrt von Nägeln. Schon zuschauen tut weh.

Es sind die Blicke auf diesem Bild, die mich berühren und mich beschäftigen. Der Blick von Jesus ist traurig, sehnsüchtig nach oben gerichtet. Da ist irgendwie noch die Hoffnung drin, dass ein Wunder geschehen möge, dass Gott, der Vater sich erbarme und Jesus nicht das Ganze durchleiden müsse. Wartend hängt Christus da, ausgeliefert auch.

Am Fusse des Kreuzes sind zwei junge Frauen. Die eine blickt ebenso nach oben wie ihr Rabbi; still, vielleicht auf ein Wunder hoffend auch sie. In den Händen hält sie ein Tuch. Ob sie sich damit ihre Tränen abgewischt hat? Erst nach längerem Schauen bemerke ich den Kopf eines Kindes, das in dieses Tuch eingewickelt ist.
Die andere Frau lehnt ans Kreuz. Es mag sein, dass sie kraftlos geworden ist von all dem Geschehen in Jerusalem, von der durchwachten Nacht, der Angst und dem Schrecken, dass ihr geliebter Herr und Meister nun einfach am Kreuz hängt. Ihre Hände sind gefaltet, der Blick ist starr vor sich hin gerichtet. Hoffnungslosigkeit scheint sich dem dunklen Grau im Hintergrund gleich breit zu machen. Was kann sie schon tun? Sie will Jesus nahe sein- auch in diesen schweren Stunden.

Einzig ganz links oben hat es einen Schimmer Licht, andeutend, dass Gott sich nicht zurückgezogen hat und noch immer da ist.

Für die Kunstkommission: Ursula Bollack-Wüthrich
Archiv 2-Monatsbilder
Die Texte der bisherigen 2-Monatsbilder können Sie hier nachlesen.
http://www.evang-frauenfeld.ch/archiv-2-monatsbilder
Bereitgestellt: 27.03.2018     
aktualisiert mit kirchenweb.ch